Leserbrief

Gehackte Accounts

Sie hätten sich doch schützen können

Eigentlich ist es ein Slapstick. Jeder weiß heute, dass man seine Internet-Accounts durch geeignete und sichere Passwörter vor unbefugtem Zugriff schützen muss. Jeder? Offensichtlich nicht. Denn eine Reihe von Politikern, Prominenten und Journalisten lassen sich mit einfachen Mitteln ihre privaten Accounts hacken und entrüsten sich darüber, dass Sicherheitsbehörden sie nicht davor geschützt haben. Das ist in etwa so, als würde man sich die Augen zubinden, die Ohren verstopfen und dann quer über die Autobahn laufen. In der Rush hour.

Getreu nach dem Motto, mir wird schon nichts passieren. Und wenn es einen dann doch erwischt, dann wettert man gegen die Polizei. Die hätte doch verhindern müssen, dass man überfahren wird. Wie gesagt, ein Slapstick. Wenn es nicht so ernst wäre. Wenn nicht Politiker unter den Betroffenen wären, die mehrfach von BSI, BKA und BMI über sichere Verfahren im privaten Umfeld unterrichtet worden sind.

Wenn nicht die Politiker, die am lautesten schreien, auch die wären, die in Gremien zur Sicherheit unseres Staates sitzen. Dazu gehört auch IT-Sicherheit. Und wenn es nicht diejenigen wären, die für sich in Anspruch nehmen, unsere Gesellschaft auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten zu wollen. Wer das Löschen seiner Facebook- und Twitter-Accounts als Konsequenz ins Auge fasst, der handelt entweder populistisch oder er hat tatsächlich keine Ahnung vom Sachverhalt. Beides ist erschreckend!

Kurt Lederich, Ketsch

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