Leserbrief

Kleingärten Plankstadt

Skeptiker haben Recht behalten

Jetzt hat der Gemeinderat über den Bauantrag zweier Flüchtlingswohnheime am Standort Neurott entschieden. Die mehr als 1700 Plankstädter Bürger, die mit ihrer Unterschrift den Erhalt der Kleingärten forderten, wurden herb enttäuscht. Die knappe Mehrheit von PlaLi, GLP und zwei CDU-Gemeinderäten interessierte das Votum von beinahe einem Viertel ihrer Wähler nicht. Die große Hoffnung der BI lag auf der CDU-Fraktion, von der leider nur drei der fünf Gemeinderäte das Anliegen der Bürger unterstützten.

So stellt sich die Frage, ob auf die gewerbetreibenden CDU-Gemeinderäte Berger und Wolf Druck ausgeübt wurde. Und ob dem Bürgermeister bewusst ist, welchen Flurschaden er in Plankstadt anrichtet? Denn den Bürgern ging es vor allem um den Erhalt der Grünanlage in ihrer Gesamtheit: Um Kinderspielplatz, Vogelpark, Grillhütte, Hundevereinsplatz, Sportplätze und eben Schrebergärten. Das Gebäude des Flüchtlingswohnheims hätte an vielen anderen Standorten errichtet werden können, ohne dass man derart in gewachsene Strukturen eingreift und zwölf Pächtern und deren Familien die Gärten wegnimmt.

Sehr zu beklagen ist vor allem die respektlose Art der Konfliktbewältigung durch Verwaltung, Bürgermeister, PlaLI und GLP, die anstatt den Dialog mit der BI zu suchen, die BI von Anfang an bekämpften. Die PlaLi griff die BI in übelster Weise an, die GLP offenbarte ihre unverrückbare Meinung in einem Brief, indem es ihr um den "kostengünstigsten" Standort ging. Die grüne Gemeinderätin Schüller ließ sich gar dazu hinreißen, zu sagen, dass "die Gärten doch nichts wert sind!" Denn die vielen anderen möglichen Grundstücke könnten - vielleicht - eines Tages verkauft werden. Für die abgelehnte Straßenbahn hätten über Jahrzehnte jährlich 250 000 Euro aus der Gemeindekasse entnommen werden müssen. So gesehen ist doch auch (Buch-)Geld für ein anderes geeigneteres Grundstück da.

Leider haben die Bürger Recht behalten, die bei der Unterschriftensammlung resigniert prophezeiten: "Die machen eh was sie wollen!" So wird Politikverdrossenheit weiter um sich greifen. Bleibt abzuwarten, wie Regierungspräsidium und Kommunalamt die Dienst- und Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen das Verhalten des Bürgermeisters beurteilen, der unseres Erachtens gegen das Bundeskleingarten-Gesetz verstoßen und die Gärten rechtswidrig gekündigt hat.

Birgit Drixler, Plankstadt

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