Leserbrief

Lärm in Hockenheim Anwohner von Zehntscheune und Ring klagen über schlaflose Nächte, Unrat und ein Rathaus, das nichts unternimmt

Stadtverwaltung ist gefordert

Das Thema Lärm beschäftigt viele Hockenheimer. Hier dazu einige Leserbriefe:

Polizei um Hilfe bitten

Nächtlicher "Brandherd" Zehntscheune in Hockenheim: Seit Jahren versuchen wir vergebens, Hilfe und Unterstützung zur Abstellung von nächtlicher Lärmbelästigung durch Jugendliche von der Stadtverwaltung zu bekommen. Bisher leider aber ohne Erfolg!

Was sich auf dem Platz vor der Zehntscheune täglich ab zirka 23 bis zirka 3 Uhr früh abspielt, spottet jeder Beschreibung. So werden wir und die umliegenden Nachbarn durch laute Musik, Geschrei, quietschende Autoreifen, absichtliches Hochdrehen des Motors an den Mopeds belästigt.

Unser Schlafzimmer befindet sich direkt mit Blick auf den Platz. Wir können durch diesen Lärm jede Nacht nur drei bis vier Stunden schlafen und das zehrt an unserer Gesundheit.

Dann wird auch mit vorher herumgeworfenen Bierdosen oder Bierflaschen Fußball gespielt. Der Eingang der Zehntscheune sowie unser Privatparkplatz werden auch als Toilette benutzt. Ganz zu schweigen von den Sachbeschädigungen und Verunreinigungen auf dem gesamten Platz vor der Zehntscheune.

So fallen täglich zusätzliche Kosten für Reinigungsarbeiten durch eine speziell dafür eingesetzte Firma an. Auch die Arbeiter vom Bauhof müssen täglich den gesamten Müll entsorgen. So werden täglich unsere Steuergelder dafür vergeudet.

Wir müssen jede Nacht zwei- bis dreimal die Polizei um Hilfe bitten, weil die Stadtverwaltung bisher nicht in der Lage ist, auf ihrem eigenen Gelände, trotz vieler Schreiben, Telefonate und Benachrichtigungen durch die Polizei, diesen Zustand abzustellen. Laut Aussage der Polizei, die jeden Einsatz mit Namen der Jugendlichen an das Ordnungsamt meldet, wird nichts zum Abstellen dieser Situation beigetragen. An dieser Stelle möchten wir der Polizei Hockenheim danke sagen.

Es müsste doch auch der Stadtverwaltung bekannt sein, dass der 8. Senat des Verfassungsgerichtshofes des Landes Baden-Württemberg in seinem Urteil-Az.: 8 S 1820-89 deutlich macht, dass eine Stadt oder Gemeinde Maßnahmen zu ergreifen hat, um die Beeinträchtigung der Anwohner und den Missbrauch zu verhindern.

Alle umliegenden Nachbarn der Zehntscheune werden gegen diese genannten Zustände massiv vorgehen. Uns anliegenden Bürgern tut es weh, dass so ein schöner Platz mutwillig zerstört wird. Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung diesen Zustand endlich abstellt.

Adalbert Graf, Hockenheim

An Nachtruhe nicht zu denken

Rock am Ring - das war schlimm,

hauptsächlich für die Anwohner Heidelberger Straße 100/102/104/106. Freitag auf Samstag ab 0 Uhr Rock, ich denke lauter geht's nicht mehr, da haben die Wände gezittert und das ging bis 4.30 Uhr. Die Busse zum größten Teil mit laufendem Motor gerade rüber vom Schlafzimmer. Zum Schlaf ist man fast nicht gekommen. Eigentlich müsste man eine Belohnung vom Veranstalter bekommen. Am zweiten Tag ging es etwas ruhiger zu. Über das Publikum kann man sich nicht beklagen, bis auf ein paar wenige. Sonntag auf Montag - der letzte Bus fuhr um 2.32 Uhr halb voll ab - dann war so weit Ruhe. Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz - alle waren fort bis auf das blöde Aggregat für die Scheinwerfer, gerade rüber vom Schlafzimmer - das war grauenhaft. 3 Uhr habe ich dann bei der Polizei angerufen und gebeten sie sollten veranlassen, das dies abgeschaltet wird. Der Herr meinte, er würde es seiner Leitstelle melden. Aber nichts tat sich. Um 4 Uhr bin ich endlich eingeschlafen, aber das Aggregat schepperte immer noch.

Warum wurde das nicht abgeschaltet, war doch genug Personal da? Vorschlag an den Veranstalter

Nächstes Jahr fahren die Busse über die Autobahnbrücke zum Motor-Sport-Museum und dann weiter die Unterführung durch und wir haben unsere Ruhe.

Margareta Auras, Hockenheim

Freiwillig?

Zum Interview mit Oberbürgermeister Gummer in der HTZ vom 29. August fallen mir zum Thema Schutz vor Lärmemissionen vom Hockenheimring nur die folgenden Stellungnahmen ein: Freiwillig macht die Ring-GmbH inklusive OB Gummer und eines Großteiles des Gemeinderates sicherlich keine wesentlichen Einschränkungen beim Betrieb der Rennstrecke.

Die ach so angepriesenen Lärmschutzwände bringen eigentlich gar nichts. Einzelne Veranstaltungen wie Dragster- oder Formel-1-Rennen sowie Konzerte fallen für mich persönlich eigentlich nicht so sehr ins Gewicht - wenn es bei fünf oder sechs Veranstaltungen pro Jahr mit erhöhtem Lärmausstoß bleiben würde.

Was mich am meisten stört, ist eher die permanente Lärmbelästigung tagein, tagaus, von morgens bis spät abends, von montags bis sonntags. Sind das gute Voraussetzungen für eine lebenswerte Stadt, wie bei Stellenausschreibungen der Verwaltung immer geworben wird? Nein!

Die Damen und Herren Verantwortlichen hätten sehr wohl die Möglichkeit, freiwillig an diversen Stellschrauben zu drehen. Das wären Sie eigentlich der Bevölkerung schuldig (... zum Wohl der Stadt etc.).

Aber ohne Druck eben aus dieser Bevölkerung oder ohne Klagen gegen die Betriebserlaubnis für den Ring wird sich da wohl nicht viel tun.

Für mich wurden bisher leider wieder einmal nur hohle Phrasen gedroschen. Aber vielleicht bringt uns ja die Gemeinderatssitzung im Oktober ein wenig weiter.

Oder bleibt als letzter Ausweg nur ein Wegzug aus Hockenheim?

Dieter Müller, Hockenheim

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