Leserbrief

Alla-hopp-Areal in Ketsch Schutzwände nicht im Sinne des Stifters

Standort falsch gewählt?

Alla hopp – was sind schon 80000 Euro. Wie schön, dass der Gemeinderat und der Bürgermeister entschieden haben, dass sich die von Lärm geplagten Anwohner des Alla-hopp-Parks in Ketsch demnächst über Schutzwände freuen dürfen, die hoffentlich ihren Zweck ausreichend erfüllen.

Hoch genug sind diese ja, immerhin 3,50 Meter. Sie werden angrenzende Areale beschatten und die Anrainer auch ein Stück einmauern. Ihre Länge von 16 und 18 Metern ist beeindruckend, mal sehen, wie’s ausschaut.

Vielleicht hätte man sich schon bei der Planung der Anlage Gedanken machen sollen, ob ein Trampolin so nah an der Wohnbebauung nicht enorm störend ist und die Anwohner in unangemessener Weise benachteiligt. Am Trampolin entsteht logischerweise besonderer Lärm, so dass die Nutzung eines Gartens zur Erholung wohl nicht mehr möglich ist – vom Wertverlust einer Immobilie an diesem Ort gar nicht zu reden.

Die Alla-hopp-Anlagen in allen Ehren: Ob der Ort in Ketsch richtig gewählt war, daran ist zu zweifeln, denn von Anfang an hat dieser immer wieder für Aufregung gesorgt, so wie Achim Reister in der SZ vom Donnerstag, 20. September, zitiert wird. Sollte zunächst nach Willen des Stifters gar kein Zaun (!) um die Anlage gebaut werden, so entschied man sich – nach dem Unfall eines Kindes – einen solchen zu bauen. Auch von Vandalismus blieb der Park nicht verschont.

Nun braucht es einen höheren Zaun, um die Anlage des Nachts abschließen zu können, ganz gegen den Willen des Stifters. Da frage ich mich, ob man die schon jetzt kostenträchtige Anlage als positive Einrichtung mit all deren Schattenseiten nicht besser an anderer Stelle hätte errichten sollen, so wie die Schwetzinger – nämlich außerhalb!

Es stellt sich mir auch die Frage, ob eine Alla-hopp-Anlage eine Einrichtung im Sinne eines Spielplatzes ist, wie behauptet wird; denn nur dann ist Lärm einfach hinzunehmen.

Ob eine Befriedigung der Situation eintritt? Da hat wahrscheinlich Annette Läppchen das richtige Gefühl: dass das Konzept einer solchen Anlage innerorts gänzlich abgelehnt wird. Günther Martin sieht mit Recht eine Fehlplanung, insbesondere bei dem lauten Spielgerät an falschem Ort. Dieses zu korrigieren wäre vielleicht billiger und schöner als das Errichten der massiven Lärmschutzwände gewesen.

Im Übrigen: Was man dem Bürger heutzutage alles an Bereicherung vermitteln will – das ist nicht immer eine solche.

Klaus Tremmel, Ketsch

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