Leserbrief

Nahost-Politik

Trump hat die Lunten gezündet

Trump hat Lunten gezündet für Sprengsätze in Nahost, die den theokratisch regierten Iran hinwegfegen sollen – welcher Staat möchte davon profitieren?

Höchst aktuell – ein Sprengsatz im Iran: Trump lässt Demonstranten mobilisieren und „betwittert“ sie intensiv. Deutlich unterstützt auch Israels Präsident Netanyahu die Proteste. Richtig: die wirtschaftliche Not ist groß – falsch: sie sei innenpolitisch begründet. Denn, nach dem Abschluss des Atomabkommens zwischen den fünf UN-Vetostaaten mit Deutschland und dem Iran brach allenthalben die Hoffnung nach freiem Handel auf – so auch in Deutschland.

Hochrangige Handelsdelegationen – für Deutschland: Wirtschaftsminister Gabriel (Juli 2015) – reisten in den Iran. Jedoch, da die USA unter Trump ihre Sanktionen nicht aufhoben, sondern sogar verschärften, fand sich praktisch keine Bank, die sich mittels Transaktionen oder Krediten am geplanten freien Handel hätte beteiligen können.

Die Erwartungen, die sich im Iran landauf, landab in Freudenkundgebungen manifestierten, zerfielen schneller, als sie aufgekeimt waren.

Trump hat bereits zwei Lunten gezündet: In Saudi-Arabien gegen Katar und damit gegen den Iran – und in Israel mit der Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt. Jetzt warten er und seine politschen Freunde ab, dass sie die Lage in Nahost in ihrem Sinne eskalieren lassen.

Will Deutschland abwarten und dabei zuschauen?

Jürg Walter Meyer, Leimen

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