Leserbrief

Nord Stream-Pipeline Deutschland sollte alles für den Bau tun

Trump will die Abhängigkeit

Sicher – darüber berichten die Medien – die USA: Nach Trumps Willen haben die EU-Länder, allen voran Deutschland, ihren Mehrbedarf an Erdgas – wegen der Abschaltung von Kohlekraftwerken und Atomkraftwerken – in den USA zu decken: Dazu muss Deutschland einen Import-Flüssiggas-Terminal errichten. Das Ziel der Trumpschen USA ist einfach: Die EU, vor allem Deutschland, muss bezüglich fossiler Energie von den USA abhängig werden: Dann werden die deutschen Automobilkonzerne sich sputen, gemäß dem Trumpschen Diktat zu spuren.

Katar, der weltweit größte Exporteur von Flüssigerdgas (LNG) wird seit 2018 von Saudi-Arabien und Kuwait, von den Vereinigten Arabischen Emiraten und von Ägypten auf vielfältige Weise bedrängt und blockiert: Saudi-Arabien will – unter anderem – Katar mit einem Kanal zur Insel machen. Bei diesen Manövern hat Trump seine Hand im Spiel.

Es profitiert aber auch die Ukraine: Sie bleibt das wichtigste Transitland von russischem Erdgas nach Europa. Aber, was kaum erwähnt wird, die Ukraine hat so auch ein Drohpotenzial – in Richtung Russland wie in Richtung EU.

Zwar ist die Ukraine ein armes Land und somit auf die Einnahmen aus dem Transit angewiesen; doch könnte es der politischen Führung – im April wählen die Ukrainer für eine neue Amtszeit ihren Präsidenten – in den Sinn kommen mit der Drohung, den Gastransit total zu stoppen oder durch eine stotternde, ungenügende Gasversorgung die EU gegen Russland zu mobilisieren: sei es gegen die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk oder gegen die Krim. Es ist ohne Weiteres möglich, dass ein solches Manöver in Absprache mit Trump stattfindet.

Um den Widerstand gegen Nord Stream 2 zu brechen ist die Bundesregierung in Brüssel äußerst robust vorgegangen: Deutschland fährt am besten, wenn es dafür sorgt, dass die Pipeline ohne Verzug fertig gebaut und in Betrieb genommen wird.

Jürg Walter Meyer, Leimen

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional