Leserbrief

Brexit Großbritanniens Dilemma um den EU-Ausstieg

Überlegt wählen – aber aktiv

Zum Thema Brexit erreichte die Redaktion folgender Brief:

Ich vermute, dass die Entscheidung, ob „mit Deal“ oder „ohne Deal“ bei Erscheinen des Leserbriefes getroffen wurde. Es kann natürlich auch sein, dass die unendliche Geschichte im nächsten Jahr weitergeht. Die Zukunft wird zeigen, ob es den Briten ohne die EU besser geht oder, ob sie einem Boris Johnson und seinen Komparsen auf den Leim gegangen sind. Auch Boris Johnson gehört zu der Klasse Politiker, die großmundige Sprüche von sich geben, die bei näherer Betrachtung sich als ganz falsch oder als großteils falsch erweisen. Um nur ein Beispiel zu nennen – Zitat Boris Johnson: „Wir schicken jede Woche 350 Millionen Pfund an die EU, lasst uns dafür stattdessen unser Gesundheitssystem finanzieren!“ Wenn ich richtig informiert bin, hat er in seiner Regierungszeit die Mittel für das Gesundheitssystem sogar gekürzt.

Wir werden sehen, wie sich die britische Wirtschaft entwickelt und wie es den Menschen in Großbritannien ergeht. Vielleicht spalten sich sogar die Schotten ab und kommen allein in die EU zurück. All das haben einige Bürger von Großbritannien nicht bedacht, als sie 2016 bei der Entscheidung nicht zur Wahl gingen. Insbesondere die Jungen zwischen 18 und 44 Jahren hatten nur eine Wahlbeteiligung von zirka 55 Prozent. Die älteren Gruppen dafür bis zu 83 Prozent. Hier liegt wieder einmal die Ursache. Wenn man die Wahl hat und sie nicht nutzt, dann wählt man indirekt genau das, was man nicht will.

Im nächsten Jahr stehen bei uns Wahlen an. Ich bin gespannt, wie hoch die Wahlbeteiligung sein wird und wie viel Leute anschließend wieder sagen werden: „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich auch wählen gegangen!“

Manfred Döring, Brühl

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