Leserbrief

Gemeinderat in Ketsch Kritik am Vertreter der Grünen / Banalitäten stehen bei ihm im Vordergrund / Oft versteht er die Fakten nicht

Umweltschutz können auch andere in unserer Gemeinde

Beim Lesen des Berichts von der letzten Gemeinderatssitzung in Ketsch habe ich meinen Augen nicht getraut, was der Gemeinderat der Grünen in der Sitzung so von sich gegeben hat. Wie schon so oft, war er schlecht vorbereitet, als es um den Tagesordnungspunkt Neubau Kindertagesstätte „Neurott“ ging. So wunderte er sich über die Kostensteigerung. Dass die Gruppenzahl gegenüber der ursprünglichen Planung durch zusätzlichen Bedarf nun auf sieben erhöht wurde, hatte der gute Mann nicht mitbekommen – und musste sich vom Bürgermeister, wie schon so oft, belehren lassen.

Er monierte, dass die Platanen im Bruch so stark zurückgeschnitten wurden und im Sommer die Autos nicht mehr im Schatten stehen können. Als Grüner müsste er doch froh sein, dass so wenig wie möglich Autos unterwegs sind, und im Bruchgelände die Platanen wohl nicht gepflanzt wurden, um Autos Schatten zu spenden. Da vom übrigen Gemeinderat keine Reaktion kam, nehme ich an, dass es den Damen und Herren auch die Sprache verschlagen hatte.

Ferner die Frage nach einer Hubschrauber-Landemöglichkeit auf dem Marktplatz. Ich glaube kaum, dass er mit dem Hubschrauber zum Einkaufen kommen will? Wäre er nicht gegen die Bebauung gewesen, hätte man über einen Landeplatz auf dem Gebäude nachdenken können. Den Plan vom Umbau des Marktplatzes hat er nicht verstanden, sonst wäre ihm aufgefallen, dass auf dem Platz Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden sollen, aber wohl nicht, um noch mehr Autofahrer anzulocken, die die Gegend um den Platz jetzt schon zuparken. Über diese Situation hat man noch nichts vom Grünen-Gemeinderat gehört.

Über den Rückschnitt eines Weidestrauches hat er sich dann noch ausgelassen, ohne sich vorher über die Verhältnisse zu informieren. Man kann nur hoffen, dass die Ereignisse, die er im Drohbrief an den Umweltbeauftragten der Gemeinde aufgeführt hat, nicht eintreten – seine Wiederwahl.

Ein gutes Auge hat er auch, er sieht so seltene Vögel auf Ketscher Gemarkung, dass man aus dem Staunen nicht rauskommt. In diesem Zusammenhang muss ich mich fragen, wie er die so seltene Haubenlerche auf den blauen Pfahl (SZ vom 16. Juni 2018) gebracht hat, um sie so anschaulich zu fotografieren.

Aufgefallen ist er ja in fast jeder Gemeinderatssitzung, weil er oft Nein sagen muss. Ich kann doch aus Unkenntnis, oder wenn ich nicht kapiere, was im Rat vor sich geht, nicht einfach Nein sagen. Er müsste sich mal Gedanken machen über die Aussage unseres grünen Ministerpräsidenten, der einmal gesagt hat: „Ohne Kompromisse kann eine Demokratie nicht leben.“

Kompromisse sind ihm eher fremd, deshalb kann man nur hoffen, dass sich die Wähler bei der nächsten Wahl für einen Kandidaten entscheiden, der durch ehrliche und konstruktive Arbeit die Belange der Bürger von Ketsch vertritt und die Gemeindeverwaltung verschont bleibt, sich mit diesen manchmal banalen Dingen des Herrn auseinandersetzen zu müssen.

Umweltschutz können auch andere in unserer Gemeinde Ketsch.

Bernhard Krupp, Ketsch

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