Leserbrief

Verhalten von Fußballfans Radikalisierung ist unerträglich / Menschen in der Region haben Dietmar Hopp viel zu verdanken

Unterbrechen - bis die Plakate weg sind

Zum Artikel "Verrohen die Sitten bei Fans?" vom 25. April und dem Kommentar von Alexander Müller erreicht uns folgender Brief:

Seit geraumer Zeit fällt uns die eigenartige Sichtweise des Kommentators Alexander Müller zu sportlichen Ereignissen auf. Sein Kommentar zu den Anfeindungen gegen Dietmar Hopp, verharmlost diese derart, dass es regelrecht Widerspruch einfordert. Die Radikalisierung sogenannter Fans eskaliert bei einigen Fußballclubs in einem unerträglichen Ausmaß. Diese zutiefst menschenverachtenden und beleidigenden Ausfälle als "übliche Folklore im modernen Fußball" zu bezeichnen, und Menschen die sich dagegen wehren, die Mitschuld an den immer schlimmer werdenden Entgleisungen zu geben - da sind wohl eher Herr Müller "die Maßstäbe verrutscht".

Die Entscheidung, wo die sanktionswürdige Beleidigung beginnt und die freie Meinungsäußerung aufhört, ist eben nicht einfach nur Geschmackssache. Es ist viel mehr die Frage, ab wann ist der erste Artikel unseres Grundgesetzes betroffen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Gerade in Zeiten der allgemeinen Verrohung in unserer Gesellschaft dürfen hasserfüllte Schlachtrufe und Schmähgesänge nicht verharmlost, und Banner, die zum Tod von Polizisten aufrufen, nicht geduldet werden. Wenn wegen Pyrotechnik und Rauchschwaden Spiele unterbrochen werden können, dann sollte es auch möglich sein, Partien abzubrechen, bis menschenverachtende oder zu Gewalt aufrufende Banner und Plakate entfernt worden sind. Das ist im Interesse aller normalen, vom Fußballsport begeisterten Fans, vor allem wenn sie mit ihren Kindern Stadien besuchen.

Dass Fan-Anwälte, Fan-Sprecher oder Fan-Vertreter versuchen, diese massive, sich immer höher schraubende Radikalisierung mancher Fangruppen zu rechtfertigen, ist völlig inakzeptabel, man fragt sich schon, welche geistige Gesinnung dahintersteckt. Es geht hier nicht um ausgestreckte Mittelfinger und fliegende Bierbecher, auch nicht um Fan-Kultur und Choreographien. Auf die Frage von Alexander Müller "welch seltsame Rolle der DFB in der Angelegenheit spielt": Die Dachverbände DFB und DFL und ihre Kontrollausschüsse ermitteln wegen der unsäglichen Entgleisungen , sollten endlich dringend ins Handeln kommen und die Voraussetzungen schaffen, dass Recht und Gesetz durchgesetzt werden können.

Das ist im Interesse dieses wunderbaren Sports Fußball, im Interesse der Fans, denen es um das Sporterlebnis geht und im Interesse aller Menschen der Metropolregion Rhein- Neckar, die Dietmar Hopp so viel verdanken und die die persönlichen Beleidigungen mitfühlen.

Werner + Silvia Kief, Reilingen

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