Leserbrief

Umfragen Obwohl es uns gut geht, wächst die Unzufriedenheit

Urteil und Wirklichkeit

Nur jeder vierte Deutsche ist laut ARD-Deutschlandtrend mit seiner Regierung und den sie bildenden Parteien „zufrieden“. „Sehr zufrieden“ ist praktisch keiner.

An eine größere Kluft zwischen Urteil und Wirklichkeit erinnert sich niemand. Die Zahlen sagen es: Noch nie ist es unserem Land und seinen Menschen so gut gegangen wie heute: Die niedrigste Arbeitslosigkeit seit fast 30 Jahren, satt steigende Löhne und kaum wahrnehmbare Inflation. Und die Flüchtlingskatastrophe? Reine Einbildung, so wenige Schutzsuchende gab es seit zehn Jahren nicht mehr. Inzwischen brauchen sie Nachhilfe. Nicht mehr in Deutsch, sondern in technischer Fachsprache.

Und die Wohnungsnot? Wird verursacht durch unseren mit dem Einkommen steigendem Luxusbedarf. Pro Bürger steigt die Zahl der verfügbaren Quadratmeter ständig. Und der Diesel-Skandal? Vor betrügerischen Managern kann keine Demokratie der Welt ihre Bürger schützen. Und das Damoklesschwert der Strafzölle des US-Präsidenten? Ein Gegenmittel ist noch keinem einzigen Ökonomen eingefallen. Gegen Lügner hilft nur das Vertrauen auf die Demokratie der USA.

Die Kluft zwischen West und Ost? Haben wir Vertrauen in unsere Brüder und Schwestern, die einst jenseits von Mauer und Stacheldraht lebten. Und tun wir alles, dass sie Geduld aufbringen, die Folgen von 40 Jahren Unfreiheit abzubauen.

Natürlich ist nicht alles, was glänzt, Gold. Aber die Hurrikane, Taifune, Bürgerkriege und Dürrekatastrophen sind für uns Anlass genug, uns Ziele zu setzen: Friede, Vertrauen und Schutz vor der wahren, der Klimakatastrophe.

Helmut Mehrer, Brühl

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