Leserbrief

„Schmudo“ in Oftersheim

Veranstalter haben das nicht verdient

Beim Lesen des Artikels über die Veranstaltung „Schmudo“ in der Kurpfalzhalle in Oftersheim vom 2. März trieb es mir die Zornesröte ins Gesicht. Schon alleine die Überschrift „Ausgeschlagene Zähne nach Party“ suggeriert dem Leser: Auf dieser Veranstaltung ist etwas aus dem Ruder gelaufen.

Mitnichten! Die Veranstaltung selbst war in meinen Augen total gelungen. Die Stimmung war Dank der Gruppe „Who2ladies“ nicht zu toppen, die Besucher waren in ausgelassener Partylaune und dennoch sehr diszipliniert, die Verantwortlichen des Vereinskartells, die ehrenamtlichen Helfer der mitwirkenden Vereine, das DRK, die Feuerwehr, der extra engagierte Sicherheitsdienst, alle haben dazu beigetragen, dass der Schmudo ein rauschendes und friedliches Fest wurde.

Dennoch wird fast die Hälfte des Artikels verwendet, um über eine Situation zu berichten, die der Veranstaltung, den Verantwortlichen und den Helfern nicht gerecht wurde. Ich frage mich, was ist das für ein Journalismus – frei nach dem Motto: „Man schreibe ein wenig aus dem Polizeibericht ab, würze das Ganze mit subjektiven Meldungen aus Facebook, nehme ein paar Bilder von der Veranstaltung und fertig ist der Zeitungsartikel.“ Verantwortliche und objektive Berichterstattung sieht anders aus. Mir ist es schleierhaft, was eine derartige Schlagzeile bewirken soll? Soll das der journalistische Anspruch der SZ sein?

Es wäre kein Problem, nur objektiv über die Veranstaltung zu berichten und den Nachgang in einem gesonderten Polizeibericht der SZ zu veröffentlichen. So war dieser Zeitungsartikel meiner Meinung nach eine schallende Ohrfeige für die Veranstalter und alle Besucher.

Thomas Kobbert, Oftersheim

Anmerkung der Redaktion: Stimmung und Atmosphäre im Saal wurden von unserer Zeitung in diesem Artikel über alle Maßen gelobt. Wir haben nicht einen Polizeibericht abgeschrieben, sondern aufgrund der vielen negativen Ereignisse in den vergangenen Jahren, die beinahe zum Tod der Veranstaltung geführt hätten, bei der Polizei nachgefragt, was passiert ist. Auch dieses Jahr gab es wieder massiv Randale. Vielleicht hätte man es extra daneben stellen sollen, da hat der Leserbriefschreiber recht. Unverantwortlich wäre aber, es zu verschweigen.

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