Leserbrief

Ketscher Anglersee Von uneinsichtigen Mitbürgern

Verbot braucht auch Kontrolle

Der Ketscher Anglersee ist wahrhaft eine Idylle. Es ist immer wieder schön – gleich zu welcher Tageszeit – diesen zu umrunden. Schwetzinger Besucher meinen sogar, so etwas hätten sie leider nicht! Dabei haben sie doch ihren wundervollen Schlossgarten! Schade, dass nicht alle Besucher diese Idylle zu schätzen bereit sind. Auch das Lesen scheint ihnen schwerzufallen. Sonst hätten sie auf den nach langer Zeit erneuerten Hinweistafeln erfahren, dass der Weg um den See nun mal kein Radweg ist! Nicht nur junge Leute mit Mountainbike ignorieren das, sondern auch Familienväter mit Radhänger und radelnder Familie. Ein leuchtendes Beispiel, der vorausradelnde liebe Papa!

Einige übersehen auch geflissentlich das Schild der Gemeinde, lagern fröhlich und picknicken hier. Andere sind einfach nicht bereit, ihren Hund anzuleinen und dafür zu sorgen, dass die Angler nicht durch deren Exkremente stiefeln müssen.

Ein Angler sagte mir, er sei bedroht worden, als er darum bat, den Hund auf der gegenüberliegenden Seite sein Geschäft verrichten zu lassen. Ganz toll ist, wenn eine junge Frau – mit Kinderwagen schiebender Mutter und schwarzem großen Begleithund (nicht angeleint) – am See nach einer freien Bucht sucht zum Hundebad. Nachdem ich ihr zurief, dass Menschen verboten sei, hier im Anglersee zu baden und das für Hunde auch gelte, warf sie ihr Bällchen zum „Zweitbad“ ins Wasser mit der Bemerkung, ich solle sie anzeigen! Man hätte erwarten dürfen, dass sie sich ganz einfach dumm stellt! Aber noch frech werden? In Zeiten von Corona wird der See mehr frequentiert, das ist verständlich. Besucher bringen auch Essen mit, vergessen aber, ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen. So findet man die Behältnisse der Gemeinde vollgestopft mit Pizzakartons, sofern diese nicht gleich samt Getränkebechern daneben liegen. Garniert mit roter Hundekottüte!

Wer ist hier gefordert? Der Angelsportverein als Pächter des Sees oder das Ordnungsamt der Gemeinde Ketsch? Appelle und Ermahnungen werden nicht viel helfen, dieser Missstände Herr zu werden! Es muss Uneinsichtige richtig Geld kosten.

Der Anglersee ist ein Kleinod, das sich nicht all zu oft in erreichbarer Nähe wieder finden lässt. Er ist sozusagen eine der wenigen Inseln, die Menschen bleibt, die die Natur lieben und suchen. Es sollte erholsam sein, ihn zu umrunden. Wer Radsport treiben will, wer picknicken will, wer seinen Hund rennen oder gar baden lassen will, möge anderen Orts Gelegenheiten suchen.

Gesetze und Regeln haben wir genug! Es gilt, vonseiten der Gemeinde den Mut und Willen aufzubringen, sich bei uneinsichtigen Mitbürgern unbeliebt zu machen. Das spült Geld in die Gemeindekasse – natürlich nicht so viel wie das Abkassieren für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr! Prävention ist aber viel besser als idealistische Dreckwegtage von Ehrenamtlichen.

Schilder ohne Wirkungskontrolle sind einfach lächerlich, man kann dann besser darauf verzichten.

Klaus Tremmel, Ketsch

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