Leserbrief

Schwetzinger Hardt Gefährdung am Franzosenbusch / Zentrales Baumlager schaffen / Feldherrnhügelparty gefeiert und Müll hinterlassen

Verkehrssicherheit für Waldbesucher

Vor ein paar Tagen hatten wir auf dem Weg am Bannwald Franzosenbusch miterlebt, wie mit unglaublich lautem Krachen ein Baum umgestürzt ist. Es war weder Wind noch Sturm und wir dachten, wenn so einer auf den Weg stürzt, hat man keine Chance, sich in Sicherheit zu bringen.

Der Weg ist der Verbindungsweg zwischen dem Speyerer und dem Reilinger Weg. Wir haben uns auf der Bannwaldseite des Weges die Bäume genauer betrachtet.

Hier ist nicht nur ein Baum einsturzgefährdet, es sind viele, die durch starken Borkenkäferbefall keine Rinde mehr haben, sehr morsch sind und in Richtung Weg fallen könnten. Wir sind der Meinung, dieser Weg sollte sofort gesperrt werden.

Die Schadbäume auf der Bannwaldseite sowie einige vertrocknete und sturmgebeugte Bäume auf der gegenüberliegenden Waldseite müssen unseres Erachtens aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Die Verkehrssicherheit ist hier nicht mehr gegeben.

Auf anderen Wegen sieht es besser aus, die Gefahr lauert aber in der zweiten Baumreihe. Beim nächsten Sturm werden die Trockenschäden der letzten beiden Jahre fallen. Und dann gibt es Schwerstarbeit für die Förster. 70 Prozent des Bestandes sind vertrocknet. Ein Schlaraffenland für Borkenkäfer. Wir denken, die Forstwirtschaft muss neue Wege gehen, das Waldklima verbessern und neue Baumsorten pflanzen.

Unser Vorschlag wäre, ein zentrales Holzlager zu schaffen. Bäume sollten, direkt nachdem sie gefällt wurden, samt Borkenkäfern aus dem Wald in ein Lager transportiert werden. Das wird in anderen Waldgebieten Deutschlands, wie man in Fernsehbeiträgen sehen konnte, mit Erfolg praktiziert. Man hätte keine riesigen, monatelang liegenden Holzstapel an Waldwegen mehr und die vielen Privatholzfäller könnten sich in diesem Lager ihr Holz abholen, es dort auch zurechtsägen.

Da die ganzen privaten Holzaktivitäten dann nicht mehr im Wald durchgeführt werden, würde das Waldklima und die Lärmbelastung besser.

Die Trockenschäden müssen mit Großmaschinen beseitigt, die Abholzperioden intensiv genutzt werden. Personal und Maschineneinsatz sollten man dabei erhöht.

Anschließend müssen klimaresistentere Bäume gepflanzt werden. Als Lager böte sich das Gelände der Tompkins Barracks an, das große Freiflächen hat, hier wird bereits ein Teilgebiet als Baustofflager verwendet. Bei diesen Trockenheitsperioden ist das Fehlverhalten derjenigen, die oberhalb der Oftersheimer Grillhütte mit Wodka, Sekt und Bier offensichtlich eine Feldherrnhügelparty gefeiert und die Flaschen achtlos verteilt haben, nicht zu verstehen. Weggeworfene Flaschen können einen Waldbrand verursachen, und das, wo hier Ziegen weiden. Seinen Abfall mit nach Hause zu nehmen, das ist für den Naturfreund eine Selbstverständlichkeit, für viele andere leider nicht.

Werner + Ingrid Jäkel,

Schwetzingen

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