Leserbrief

Tierrettung Vom Unglück einer verletzten Taube

Verrohte Menschheit

Als ich am Freitag, 6. November, mittags am Mannheimer Hauptbahnhof aus der Straßenbahn stieg, saß dort ein schwer verletztes Täubchen. Ein Flügel war herausgerissen, es war somit flugunfähig. Mir als Tierfreundin blutete das Herz.

Doch was kann man hier unternehmen? Ich wollte gerade nach jemandem suchen, der vielleicht helfen kann, als ein Mann, der wohl auf eine Bahn wartete, das verletzte Tier auch sah und – ich konnte es nicht fassen – nach ihm trat. Ich ging auf ihn zu und fragte, ob er denn nicht sehe, dass das Täubchen verletzt ist. Er schien mich überhaupt nicht zu verstehen und trat weiter in Richtung der Taube.

Ich wollte nach Hilfe suchen, doch es gab niemanden, an den ich mich wenden konnte. Und als ich zurückkam, war die Taube weg – vielleicht hatte sie sich irgendwo mit letzter Kraft verkrochen. Seither muss ich an das Tier denken, das vielleicht bereits tot ist, aber zumindest die kommende Nacht nicht überlebt.

Ich frage mich, wie es solch böse, herzlose Menschen geben kann, verroht unsere Menschheit denn total?

Aber mal ganz ehrlich, solange sich nicht wirklich etwas daran ändert, dass der Mensch Tiere in jedweder Form ausbeutet, solange werden sich wohl auch die Menschen anmaßen, über den Tieren zu stehen. Ich meine hier sicher nicht alle Menschen, es gibt viele, die versuchen, Tiere zu schützen und die verstanden haben, was ein Tier für einen Menschen bedeuten kann.

Da gibt es so viele Beispiele, nehmen wir doch gerade mal eine alte Frau, deren einzige Lebensfreude ihr kleiner Hund ist. Und eines sollten sich die Menschen mal vor Augen führen. Die Tiere sind nicht für Kriege verantwortlich – und sicher auch nicht für die Klimakatastrophe.

Und noch etwas zum Schluss: Das Tier war vor dem Menschen da, so wissen wir es aus der Entstehung der Erde – und so steht es auch in der Bibel geschrieben.

Petra Zimmermann, Oftersheim

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