Leserbrief

Flugplatzdesaster Berlin Demokratie mit Füßen getreten

Versager Treue geschworen

Die rot-schwarze Koalition sprach dem "Regierenden" Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, geschlossen ihr "Vertrauen" aus und bestätigte ihn am 12. Januar 2013 im Amt. Was dann folgte, war eine zynische Machtdemonstration Wowereits. Mit seinem typischen höhnischen Grinsen, in gewohnt arroganter Art, kanzelte er seine Kritiker der Grünen, der Linken und der Piraten ab, die den schon lange fälligen Misstrauensantrag gegen ihn eingebracht hatten.

Nonchalant erklärte Wowereit, alles sei getan worden, um Fehler zu beseitigen. Die neuerliche Verschiebung des Flughafen-Eröffnungstermins sei kein politisches Versagen. Er werde weiter regieren, weil er zu denen gehöre, die in solcher Lage nicht weg liefen, sondern sich der Verantwortung stellten.

Die Berliner Abgeordneten von der SPD und CDU haben mit diesem Votum die Demokratie mit Füßen getreten. Es hat nichts mit Loyalität zu tun, diesem Versager weiterhin Treue zu schwören. Mit diesem abgekarteten Schmierentheater tragen die Abgeordneten eine Mitschuld an der Berlin-Misere, die zur Mittäterschaft umkippt.

Man möchte lieber einen schwachen Bürgermeister, denn diesen kann man besser lenken und schielt schon mit einem Auge in Richtung Wahl 2016. Somit mutiert Wowereit zu einer lächerlichen Marionette, zu einem Tamagotchi der SPD und CDU. Er darf weiterhin Milliarden verplempern, die er über den Länderfinanzausgleich der anderen Bundesländer einfordert.

Dieser maroden Stadt noch weiterhin Steuergelder für diesen irrsinnigen Flughafen in den Rachen zu werfen, hat schon den Strafbestand der Konkursverschleppung.

Joachim Weiss, Brühl

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