Leserbrief

Artenschutz Grüne im Land an ihren Taten messen

Von wegen enkeltauglich

Zum Artikel: „Unsere Politik muss enkeltauglich sein“ wird uns geschrieben: Dr. Andre Baumann zitiert in seinem Vortrag Ministerpräsident Kretschmann mit der Aussage: „Unsere Politik muss enkeltauglich sein“, er warnt vor einem Artensterben: „Wir stehen vor einem ökologischen Armageddon, die Masse der Insekten geht zurück, manche Vogelarten verschwinden.“ Er beklagt steigende Meeresspiegel, sterbende Riffe und bedrohte Inselstaaten. Doch zu Hause in Baden- Württemberg ist die seit Jahren an der Spitze der Koalitionen regierende grüne Landesregierung nicht in der Lage, wirksamen Vogelschutz in ausgewiesenen Schutzgebieten zu betreiben.

Der landeseigene Rohrsee in Bad Wurzach ist als Vogelschutzgebiet „Wurzacher Ried und Rohrsee“ eine Hochburg des Schwarzhalstauchers in Oberschwaben. Hier an diesem Rohrsee wurde eine gewerbliche betriebene Fischerei mit Einsatz von Raubfischen genehmigt. Seit 2001 wurde von Fachleuten dagegen protestiert, aber die Situation hat sich weiter verschlechtert: Seit 2018 gibt es dort keine Bruterfolge mehr von Zwerg- und Schwarzhalstauchern, Reiherenten, Kolbenenten, Purpurreihern, Tafelenten – dabei sind das hochgradig gefährdete Vogelarten.

Auch nach diesem Brutzeitdebakel 2018 sieht die grüne Landesregierung immer noch „keinen Anlass für ein fachaufsichtliches Einschreiten“. Hier werden gefährdete Vögel zur Futtergrundlage von Raubfischen gemacht. Den Propaganda-slogan der Grünen „Wir haben den Naturschutz ins Zentrum unserer Politik gestellt“ habe ich ihnen einmal geglaubt. Aber eine solche Umweltpolitik ist nicht enkeltauglich, da hilft alles Schönreden nichts, Herr Baumann.

Ulrike Horn-Rudolph,

Schwetzingen

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