Leserbrief

Die Ukraine-Krise und deren Einordnung Leserbriefschreiber wehren sich gegen Angriff und greifen selbst an

Vor der eigenen Türe kehren . . .

Mein Leserbrief ("Wer ist denn hier der Aggressor" vom 28.2.) hatte weder Dr. Z. aus Oftersheim noch sonst jemand vom Leserforum zum Ziel, sondern die auffällig einseitige - teils hetzerische Darstellung des Ukrainekonfliktes in den TV-Medien und begann mit folgenden Worten: "Dass die Krim einst von Russland an die Ukraine verschenkt worden ist, ist ebenso ein Märchen, wie vieles andere, was man uns zu dem Thema erzählen will."

Ich war dann schon etwas verblüfft über die Dreistigkeit des Dr. Z. im letzten Leserforum. Denn nachdem er zunächst eine Dame aus Brühl und auch mich indirekt als Faschistenfreunde abkanzelte, behauptet er, ich würde meine Quellen niemals kritisch prüfen und alles glauben, was ihm vorgesetzt werde. Und: "Darum tischt er wieder das Ammenmärchen auf, dass Chruschtschow - aus welchen Motiven auch immer - die Krim der Ukraine geschenkt habe." Dr. Z. führt im Grunde seine unverfrorene Unterstellung selbst ad absurdum, denn wenn man seinen Satz mit dem Ammenmärchen und meine Einführung vergleicht, stellt man fest, dass Dr. Z. entweder im Übereifer etwas nicht richtig gelesen oder bewusst gelogen hat, weil es nur so zu seinem kruden Weltbild passt. Und das ist es, wenn er Kanzlerin Angela Merkel, Chamberlain, Putin, Hitler und Napoleon - wie in einem seiner Leserbriefe geschehen - auf bizarre Weise vermengt und durcheinanderschüttelt.

So langsam mache ich mir Sorgen um den Kirchengemeinderatsvorsitzenden aus Oftersheim und ich frage mich, ob er nicht einen Arzt konsultieren sollte - zunächst einen Augenarzt. Im letzten Leserbrief meinte er noch, dass er schon aufgrund seines christlichen Glaubens uns nicht für gute Menschen hält. Meint er damit uns alle oder wen genau? Ich kenne einige gute Menschen - und sie werden es nicht glauben, sogar einige Christen sind darunter. Und ich denke dabei nicht nur an Mutter Theresa, sondern vor allem an Bekannte und Freunde und an eine Herzensdame, die mir besonders nahe steht. Dr. Z., der das 8. Gebot (Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten) mit Füßen tritt, sollte mal in sich kehren, bevor er meint, andere bekehren zu müssen - oder wie heißt es so schön: Erst mal vor der eigenen Haustür kehren und darüber nachdenken, ob solche "christliche Hyperaktivität" nicht eher dazu führt, dass den Kirchen die Schäfchen davonlaufen.

Herbert Semsch, Brühl

Das Gute und das Böse

Es geht hier nicht um Befürworter und Anhänger faschistischer Diktatoren, sondern um die Wahrheit. Es ist nun mal historische Wahrheit, dass die Halbinsel Krim seit 1783 Teil des russischen Reichs geworden ist. Zur Feier der 300-jährigen Freundschaft zwischen Russland und der Ukraine 1954 vermacht der aus der Ukraine stammende Nikita Chruschtschow die Krim der Ukraine als Geschenk. Nun zum Thema "Gut und Böse"- das der Leserbriefschreiber als "pseudophilosophisches Geplauder" bezeichnet, hat er inhaltlich überhaupt nicht verstanden. Dass Putin in den Medien der westlichen Welt meist als der "Böse" gilt, ist leider eine Tatsache. Das Wort "Gut" aber ist Teil eines Buchartikels, den ich zitiert habe: "Wir sind die Guten."

Es bedeutet also nicht, dass ich aus der ganzen Politik eine Frage von "Gut und Böse" mache, wie der Leserbriefschreiber behauptet. Es ist traurig, dass jemand der sich "christlich" nennt, als Lösung des Konfliktes in der Ukraine nur die militärische Abschreckung in Erwägung zieht. Es ist auch kein Trost, dass während des "Kalten Krieges" kein einziger Bürger eines NATO-Staates durch militärische Übergriffe ums Leben gekommen ist. Versöhnliche Versuche nach einer Lösung sind das einzige was hier weiterhilft, auch wenn es schwierig sein wird.

Christiane Fischer, Brühl

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