Leserbrief

Bundeswehr

Vorbild sein – aber ohne Armee

Zum Artikel „Wie einsatzfähig ist die Bundeswehr?“ (Magazin vom 27. Juli) wird uns geschrieben: Hier heißt es unter anderem: „Die Bundeswehr muss als Institution . . . durch . . . (die) Gesellschaft Wertschätzung erfahren.“ So, muss sie das? Da bin ich mir gar nicht so sicher.

Ich gehöre zu denen, die bei einer möglichen fiktiven Volksbefragung gegen eine Bundeswehr stimmen würden und damit würde ich zu einer Mehrheit gehören, die schon seit längerer Zeit bewaffnete Kräfte in Deutschland ablehnen. Es gab in Deutschland eine Zeit, in welcher die Parteien, die heute die Stärkung der Bundeswehr fordern, Schwerter zu Pflugscharen verwandeln wollten. Inzwischen stimmen sie Kriegseinsätzen der deutschen Bundeswehr zu, bei denen Zehntausende Zivilisten getötet wurden, wie zum Beispiel in Mossul und Rakka. Dort sogar ohne Mandat des Sicherheitsrates, also völkerrechtswidrig!

Deutschland gilt vielen Nationen als Vorbild und Beispiel in der gesellschaftlichen Entwicklung: Ausstieg aus der Atomenergie, Entwicklung erneuerbarer Energien, Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Wäre es nicht ein bedeutendes Zeichen für die Welt, auf eine bewaffnete Armee zu verzichten und damit allen friedliebenden Kräften in der Welt neue Kraft und Hoffnung zu geben. Ich bin mir bewusst, dass ich mit meiner Meinung nach dem oben genannten Artikel zu den Populisten gehöre. Doch dazu gehöre ich gern.

Egon Adler, Schwetzingen

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