Leserbrief

Nachlese zur OB-Wahl in Hockenheim Angriffe, die unfair gewesen sind / Gemeinderat sollte ein Sozialticket einführen

Wahlkampf wie in Amerika

Redakteur Matthias Mühleisen stellt fest, dass ein neuer Typ Oberbürgermeister im Vergleich zu Dieter Gummer jetzt angesagt sei. Optisch stimmt das auf jeden Fall. Wenn er Dieter Gummer wegen seiner zurückhaltenden, nicht polarisierenden Art kritisiert, ist das aber aus meiner Sicht unangemessen. Dieter Gummer wurde 2012 gerade deswegen mit überwältigender Mehrheit (89 Prozent) wiedergewählt.

Die OB-Wahl hatte für mich die Anmutung eines amerikanischen Wahlkampfes, auch was den Einsatz der Mittel für einen erfolgreichen Wahlkampf betrifft. Bei der Vorstellung des Kandidaten Dr. Jörg Söhner wurde in der Stadthalle lauthals gebuht und gepfiffen. So soll es auch in den „asozialen“ Netzwerken mit herabsetzenden Auslassungen zugegangen sein.

Ich wurde von einem Hausbewohner wegen meiner Leserbriefe verbal attackiert und sehe die freie Meinungsäußerung überhaupt in Gefahr.

Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg findet die nochmals zurückgegangene Wahlbeteiligung von 42 Prozent in Ordnung. Das finde ich höchst bedenklich für eine Demokratie. FDP, CDU und Grüne haben für Marcus Zeitler mit dem Hinweis, es handele sich um eine Persönlichkeitswahl, geworben.

Der unabhängige Kandidat Marco Germann wurde durch die SPD unterstützt. Trotz zurückgegangener Wahlbeteiligung erhielt er im zweiten Wahlgang 20 Prozent mehr Stimmen – und das bei geringem Kapitaleinsatz.

Markus Fuchs von der CDU findet die 56 Prozent für Marcus Zeitler enttäuschend, er hätte mit mehr gerechnet. Dem neuen OB ist zu wünschen, dass er bei aller Kritik an den Kosten des Hockenheimrings und des Aquadroms daran denkt, dass beide Zugpferde für Hockenheim sind. Es sei denn, er will Hockenheim nach der Weltbekanntheit in eine unbedeutende Stadt zurückfallen lassen.

Der neue Gemeinderat sollte ein Sozialticket für Bürger mit geringem Einkommen vorantreiben, damit sie kulturelle Veranstaltungen, das Aquadrom und vieles mehr besuchen können. So ist es bereits in Mannheim und auch in Schwetzingen möglich, Tickets zu einem reduzierten Preis zu erwerben.

Marlies Böcker-Stastny,

Hockenheim

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