Leserbrief

Meinungsvielfalt

Wahrheit suchen

Es macht keinen Sinn, mit Leuten zu diskutieren oder sie zu kritisieren, die nicht einmal im Traum daran denken, ihre Meinung zu ändern oder sie auch nur einer Prüfung zu unterziehen. Wer zur Ehrlichkeit zu feige ist, wird nur zu seiner Meinung machen, was sein inneres Wohlbehagen fördert, um dann auch noch stur darauf zu pochen, dass es so stimmen würde.

Die Neugierigen suchen dagegen so lange nach der Wahrheit, bis sie sie gefunden haben. Dann machen sie das Ergebnis zu ihrer Meinung, unabhängig davon, ob ihnen dieses Ergebnis gefällt oder missfällt. Das macht eben den Unterschied in der Charakterqualität!

Forschen beispielsweise Historiker auf ein Wunschergebnis zu, das sie vorher festgelegt haben, dann bekommen sie Adleraugen für alles, was sie bestätigt, werden aber blind für alles, was sie gefährden könnte. Bald werden sie von der Richtigkeit ihrer eigenen Zerrbilder restlos überzeugt sein, deren Einseitigkeit sie noch nicht einmal bemerken. Auf diese Weise kommt die historische Wahrheit aber nie ans Licht!

Vielleicht sollte der an deutscher Geschichte immerhin interessierte Winfried Bock einmal das Buch „Hitlers verborgene Motive“ lesen. Wenn er dann immer noch glaubt, was er heute glaubt, dann weiß ich auch nicht mehr, was ich noch tun soll.

Jürgen Hanselmann, Victoria

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