Leserbrief

Schwetzinger Hardt Für Radler und Jogger sind Schotterwege keine gute Lösung

Wald retten und mehr für Erholung tun

Der neue Forstamtsleiter Robens übernimmt mit der Schwetzinger Hardt einen sterbenden Wald. Baumauslichtung, Sturmschäden, Dürreschäden, Schädlingsschäden, die Kermesbeere – das alles hat den Wald ruiniert. Seit 2011 wurde die Schwetzinger Hardt systematisch ausgeholzt, die Förster hatten das Ziel, den Forst in einen lichten Wald zu verwandeln.

Damals kam die neue Schutzwaldverordnung heraus, in der nur 4,5 Prozent der Waldfläche Bannwaldfläche wurde, der Rest des Waldes wird seitdem jedes Jahr bis an die Grenzen des Machbaren ausgelichtet. Fremde Baumarten, die nicht erwünscht waren, also Robinie, Hainbuche, Rosskastanie oder Schwarzkiefer, wurden ausgeschlagen.

Die Bilanz: ein dünner ausgeholzter Wald, sehr sturmanfällig, dürreanfällig, trockene Böden, ausgetrocknete Suhlen, Schädlinge haben leichtes Spiel, die Kermesbeere wächst wie Unkraut. Manfred Robens will im zerschundenen Wald mit ausländischen, an Hitze gewöhnten Baumarten experimentieren. Der Wandel im Denken über fremde Baumarten ist bemerkenswert. Die Robinie jedenfalls wäre ein Baum gewesen, der trockene Böden und Hitze verträgt.

Der Wald sieht erbärmlich aus: Von den 95,5 Prozent Nutzwald ist die Hälfte krank oder abgestorben, braune Baumkronen von Kiefern, Buchen und Eichen, es ist ein Drama. Der Bannwald ist nicht so krass betroffen, am Franzosenbusch allerdings hat die vordere Front einiges abbekommen, weil Stürme ungebremst wüten konnten.

Wir würden uns wünschen, dass abgebrochene und umgedrückte Bäume in Wegnähe aus dem Bannwald gezogen würden. Ein Erholungswald sollte er werden, für Reiter und Golfer trifft das ja bereits zu, sie können auf asphaltierten Zufahrtsstraßen zu ihren Sportanlagen fahren.

Für Radler und Jogger gibt es jedoch nur wenig Komfort. Die von Waldmaschinen zerstörten Wege wurden zwar wieder hergerichtet, aber teilweise mit groben zementfarbenen, scharfkantigen Schotter, für Baumtransporter geeignet, für Radsport und Laufsport nicht. Asphaltierte Radwege sind teurer bei einer Neuanlage, halten aber länger.

Schotterwege sind reparaturanfälliger, es gibt ständig neue Schlaglöcher, die Radler gefährden. Sie sind schlecht für Gelenke und Füße und Reifenpannen drohen.

Um im Wald einen 20 Kilometer langen Rundweg zu schaffen, wären nur wenige Kilometer zusätzlich zu asphaltieren. Für die Freizeitradler der Hardtgemeinden wäre das eine super Sache. Und die Erholungssuchenden und Waldfreunde möchten auch nicht ganzjährig den deprimierenden Anblick von riesigen Baumstapeln ertragen.

Es besteht außerdem der Eindruck, gesunde Bäume werden gefällt, Sturm- und Dürreschäden werden stehen gelassen. So versperrt zum Beispiel auf dem Dünenkammweg vom Feldherrnhügel in Richtung Golfplatz seit einiger Zeit ein Sturmschaden den beliebten Weg. Wir fragen uns, bleibt der diesmal wieder liegen bis die Rinde abfällt?

Werner Jäkel,

Schwetzingen

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