Leserbrief

Parksituation in Ketsch Fahrzeuge blockieren Gehwege / Messen Ordnungshüter mit unterschiedlichem Maß?

Warum fährt die Polizei vorbei?

Am Sonntag stand ich mal wieder an der Ketscher Altrheinbrücke. Was mich hier seit langer Zeit stört, ist, dass der Gehweg rechts Richtung Speyer sehr häufig vollgestellt ist mit Fahrzeugen. Auch parken Autos rechts auf dem Rheindamm. Die Menschen gehen im Rheinwald spazieren, sind aber nicht bereit, im Bruch zu parken und die 50 Meter zu laufen. Warum?

Ich habe einen jungen Herrn angesprochen und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er auf einem Gehweg parkt, der den Fußgängern die Überquerung der Landstraße erleichtern sollte. Er antwortete: „Alter sei ruhig, das geht dich gar nichts an!“ Mehrere Male sind an diesem Tag Polizeiautos vorbeigefahren und auch gerade, als ich dastand, fuhr ein Streifenwagen der Polizei sehr langsam an den parkenden Fahrzeugen vorbei. Der junge Mann beobachtete genau wie ich, ob sie anhalten und meine Einwände ansprechen würden – sie hielten nicht an. Da sie nichts machten, ging der junge Mann siegessicher und mit einer eindeutigen Geste an mir vorbei. Natürlich ist das provokative Abstellen der Fahrzeuge und die Behinderung der Fußgänger beabsichtigt und soll wohl auch zeigen: Ich darf mich danebenbenehmen, mir passiert nichts! Ich bin stark, weil es die Polizei mir erlaubt! Das Beispiel zeigt, wenn es hier klappt, warum sollte ich mich dann an andere Regeln halten, zum Beispiel an Corona-Regeln. Mir passiert schon nichts.

Eine andere Stelle, wo es ähnlich zugeht, ist an der Grillhütte. Auch hier wird der Gehweg von Menschen, die mit ihren Hunden Gassi gehen, zugeparkt. Keine 50 Meter weiter sind die Parkplätze der Grillhütte. Auch im Wendebereich stehen häufig Autos. Auch hier habe ich beobachtet, wie der Gemeindevollzugsdienst mit dem Auto vorbeifuhr, ohne das zu sehen. Warum?

Dass an Kindergärten und an den Schulen auch dann, wenn Mütter (eben mal kurz) auf dem Zebrastreifen oder die Sicht verdeckend, in der Kurve parken, die Mitarbeiter der Gemeinde wegsehen, das ist doch bekannt. Aber warum machen sie das?

An anderer Stelle wundert man sich, was sie feststellen: Da hatte ein Ketscher Bürger einen Strafzettel an seinem Autoanhänger. Der Autoanhänger stand entgegen der Fahrtrichtung. Wie mir der Bürger erzählte, hatte er den Anhänger auf der gegenüberliegenden Straßenseite ordnungsgemäß abgestellt und war noch etwas besorgen gegangen. Als er zurückkam, stand der Autoanhänger auf der anderen Straßenseite und sein Nachbar (gegenüber) mit seinem Auto auf dem Platz, wo zuvor der Anhänger stand. Der Nachbar beansprucht das Areal vor seinem Haus als seinen Parkplatz. In seinen Garagen ist auch kein Platz für Autos. Der Ketscher hatte später beim Rewe einen Gemeinderat getroffen und hat ihn gefragt, was er denn da machen könnte, er hat ja den Anhänger nicht da hingestellt. Der Gemeinderat antwortete, das sind doch nur 15 Euro, sich da zu streiten, rentiert sich das? Man sieht aber an diesen Beispielen, dass sich die, die sich nicht streiten, Strafzettel bekommen und die, die sich aggressiv, provozierend verhalten, die lässt man besser in Ruhe – die machen Arbeit. Das ist mit Sicherheit falsch. Ich hoffe, die Gemeindeverwaltung ändert hier ihre Einstellung!

Wilfried Windisch, Ketsch

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