Leserbrief

Reichspogromnacht Deutschland stimmt bei der UN gegen Israel

Was bringt das Gedenken?

Kann man dies nachvollziehen? Gerade mal zwei Wochen ist es her, seit man deutschlandweit der gewaltvollen Zerstörung der jüdischen Geschäfte und der grausamen Deportation und des Todes der sechs Millionen jüdischen deutschen Mitbewohner gedachte. „Nie wieder“, wurde laut verkündet. „Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson“, verkündete Angela Merkel. Und – was tut die deutsche Politik im Schoß der EU?

Kaum war der Gedenktag vorbei, stimmte der Ausschuss der UN-Generalversammlung über acht israelkritische Resolutionen ab. Deutschland stimmte bei sieben Anklagen der arabischen Länder gegen Israel zu. Das heißt, Deutschland beschuldigt Israel unter anderem, den Arabern das Land weggenommen zu haben, kein Recht auf israelische Siedlungen im umstrittenen Gebiet zu haben, obwohl es seit 3000 Jahren jüdisches Gebiet ist.

Die Bibel ist hier ein hervorragendes, durch archäologische Funde bestätigtes Geschichtsbuch. Die dort lebenden Araber sind keineswegs „Ureinwohner“, wie fälschlicherweise dargestellt wird: Es sind Araber, die sich aus den umliegenden Ländern dort niedergelassen haben. 1948 eroberten die arabischen Staaten das Westjordanland völkerrechtswidrig – und die UN schwieg! Israel konnte es 1967 bei einem aufgezwungenen Krieg durch die Araber wieder zurückgewinnen. Es ist jüdisches Territorium!

Dann der Streit um den sogenannten „Tempelplatz“ in Jerusalem, auf dem zirka 1000 Jahre lang der erste Tempel Israels stand. In der UN-Anklage heißt es, dass die Juden kein Recht auf diesen Platz hätten, obwohl die Geschichte, die archäologischen Ausgrabungen und die heutige Westmauer was ganz anderes sagen. Die Muslime erstellten den Felsendom erst im 7. Jahrhundert auf den Grundmauern einer christlichen Kirche, die auf dem Platz des Tempels erbaut worden war. Auch hier stimmte Deutschland gegen Israel. Dabei ist Jerusalem auch das Zentrum des christlichen Glaubens, der aus dem jüdischen hervorging.

Das einzige Land, das sich hinter Israel stellte, war Amerika mit Donald Trump. Dafür wurde er auch von der EU einstimmig verurteilt. Daniel Frick kommentierte: „Mit der Maßgabe, Siedlungen per se nicht mehr als illegal anzusehen, erkennen die USA die Wirklichkeit an. Dass die Amerikaner damit alleine dastehen, ist ein politisches Trauerspiel.“ Schade, dass sich unser Land hier nicht mit der US-Regierung in Schulterschluss stellte.

Kaum war der Gedenktag vorbei, griff die Hamas vom Gazastreifen aus Israel mit über 450 Raketen an: Schrecken der Nacht, traumatische Erlebnisse. Wie würde Deutschland bei solch einem Raketenhagel reagieren? Israel wird verurteilt, wenn es sich wehrt. Mit Verweis auf die 450 Raketen, die auf Israel gefeuert worden waren, kritisierte der Tagesspiegel das Ausbleiben einer Resolution gegen den „jüngsten Raketenterror“ und forderte Bundesaußenminister Heiko Maas auf, gegen antiisraelische UN-Resolutionen vorzugehen.

Was war die Antwort der EU? Sie goss Öl ins Feuer, indem sie beschloss, dass Produkte aus den sogenannten Siedlungen Israels gekennzeichnet werden müssen, um diese zu boykottieren. Dadurch werden unzählige Araber ihre Arbeit verlieren? Sie verdienen unter ihren israelischen Arbeitgebern das Zehnfache. Vor Jahren wurde so „Sodastream“ in Maale Adummim bei Jerusalem von der EU boykottiert. 700 Araber verloren ihre Arbeitsstelle und somit ihre Lebensgrundlage, weil diese Herstellungsfirma ins Kernland Israels nach Beer Sheva verlegt werden musste.

Wie hieß es doch vor 70 Jahren? „Kauft nicht bei Juden!“ Hier nützen doch alle Gedenkveranstaltungen nichts, wenn man in der Praxis in Bezug auf Israel sich zu den Gegnern stellt. Der Antisemitismus ist wieder auf dem Vormarsch – mit täuschenden Worten ummantelt?

Dora Weimer, Hockenheim

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