Leserbrief

Persönliche Gedanken

Weihnachtszeit

Wie war das in den vergangenen Jahren? Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, es wird kalt, es schneit, der Winter ist da! Schlittschuhe, Skier und Schlitten werden vom Dachboden oder Papas Garage geholt und auf geht‘s!

Bei Muttern bricht Hektik aus! Weihnachten ist ja bald und die Ge-schenke müssen her. Wir fahren in die Stadt, stürzen uns ins Weihnachts-kaufrauschgetümmel. Ellbogen raus und los. Haben wir auch alles? Nein? Also in den nächsten Laden, kein Problem. Im neuen Van ist Platz. Geld? Kreditkarte und Dispo werden ausgereizt. Glitzer – Glimmer – Lichterketten – es fehlt an nichts, wollen wir wetten? Damit die Seele sich beruhigt, werden noch zehn Euro gespendet. Man will ja was Gutes tun. Der Festbraten ist eingekauft, die Großfamilie heute, Freunde und Bekannte morgen – alles zu Gast im trauten Heim, je mehr Leute desto besser.

Gesegnete Weihnachten !

Ja wo ist denn dieses Jahr das Weihnachtskaufrauschgetümmel? Die Menschenmassen in den Geschäften? Hat man den Kaufwahn vergessen? Will man Weihnachten gemütlich im engen Kreise der Familie mit Nüssen, Marzipan und Selbstgebackenem verbringen? Hat man sich wirklich Zeit genommen, um mit den Kindern und Enkelkindern in der eigenen Weihnachtsbäckerei Plätzchen zu backen?

Verzichtet man auf die Hetze und Kampf um die Parkplätze der Supermärkte? Werden wirklich in aller Ruhe Weihnachtslieder gesungen oder aufgelegt? Der Christbaum geschmückt und Kleinigkeiten oder Notwendiges eingepackt? Stehen auch keine Koffer für den Winterurlaub im Flur? Haben die Menschen erkannt, dass es das Schönste ist, gesund zu sein?

Mitnichten! Dreht sich doch seit vielen Monaten alles in der ganzen Welt um eine Pandemie. Corona heißt dieses Schreckgespenst, das uns zwingt, entgegen aller Gewohnheiten zu handeln. Niemand würde freiwillig Masken tragen, aufs Feiern und Jubeln verzichten, zu Hause die Freizeit verbringen, durch Feld und Flur joggen, anstatt in der Muckibude Gewichte zu stemmen, im Freien die gute Waldluft atmen, bei Spaziergängen den Kindern die Wunder der Natur zeigen oder ganz einfach Rücksicht nehmen auf die anderen?

Schutzmasken aller Art liegen unterm Baum, die meisten Menschen tragen sie, um sich und uns zu schützen. Sie sind wichtiger als der Schmuck, der neue Rasierapparat oder die In-Klamotten. Was doch geschehen muss, um die Menschen fast mit Gewalt in die Normalität zurückzubringen. Dennoch gibt es Unbelehrbare, die auf den Rücken der Mitmenschen ihren Starrsinn ausleben und andere gefährden.

Corona – gibst du den Anstoß zum Umdenken und zeigst der Menschheit , wie wichtig Zusammenhalt und Wertschätzung im Leben sind? Gesegnete Weihnachten!

Hermann Dolezal, Oftersheim

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