Leserbrief

Verkehrte Welt

Wenn die Polizei Flugblätter verteilt

Zur Meldung „Polizei-Appell an Hochzeitsgäste“ in der Zeitung vom 5. Juni wird uns geschrieben: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen will jetzt gegen Auswüchse bei Hochzeitsfeiern Flyer verteilen – mit dem Appell, keine Staus auf der Straße zu provozieren, keine Waffen mitzuführen oder Feuerwerkskörper zu zünden. Das heißt, sich an unsere Verkehrsregeln zu halten; eine niedliche und naive Idee!

Laut Innenministerium musste die Polizei in den vergangenen zwei Monaten 129 Mal (!) ausrücken – wegen Hochzeitskorsos, die auf Autobahnen den Verkehr mit mehreren Fahrzeugen blockierten und kurzzeitig zum Erliegen brachten, Reifen qualmen ließen, Fotos machten und mit Schreckschusswaffen in die Luft feuerten. Die Teilnehmer dieser Hochzeitskorsos sind fast ausschließlich türkischer oder arabischer Herkunft.

Ich schätze, dass die Flyer der Polizei mit der höflichen Bitte um Einhaltung unserer Verkehrsregeln beziehungsweise „verkehrserzieherische“ Gespräche, die auch schon in Erwägung gezogen wurden, unsere Mitbürger aus anderen Kulturkreisen ganz enorm beeindrucken werden! Einer der Beteiligten an einem solchen Korso äußerte sich dahingehend, man habe einen guten Anwalt und der sei bereits verständigt.

Wenn Menschen aus Spaß Autobahnen blockieren und den Verkehr zum Erliegen bringen, nur um Hochzeitsfotos zu machen, sollten sie samt ihrer Fahrzeuge sofort aus dem Verkehr gezogen werden – ohne Wenn und Aber. Sollte es dafür keine rechtliche Handhabe geben, so ist diese schnellstens zu schaffen. Oder warten wir, bis es erste Unfälle mit Verletzten oder Toten gibt? Oder zaudern wir aus Angst, als fremdenfeindlich oder intolerant hingestellt zu werden, wenn wir durchgreifen, weil es sich um Mitbürger mit Migrationshintergrund handelt?

Gaby Gehring, Schwetzingen

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