Leserbrief

Bundeshauptstadt Berlin Wie gut muss es einem Land gehen, wenn es solche Sorgen hat / Neues aus Absurdistan

Wenn Gender zur Groteske wird

Die Genderbeauftragte der Verkehrsverwaltung von Berlin plant jetzt, dem springenden Hirsch vom Verkehrsschild 142 in der Straßenverkehrsordnung, das bekanntlich auf Wildwechsel hinweist, sein Geweih zu kappen, denn schließlich verdienten auch Hirschkühe Rücksichtnahme. Mit diversen anderen Hinweisschildern (aus Anliegern werden dann Anliegende) soll ebenfalls so verfahren werden. Eine entsprechende Bundesratsinitiative ist geplant. Wie gut muss es einem Land gehen, das solche „Sorgen“ hat.

Erinnern sie sich noch? Vor geraumer Zeit gab es eine von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) unterstützte Kindergartenfibel, die Hinweise auf eventuell rechtsradikale Eltern beschrieb. Durchtrainierte Jungen und Mädchen mit Zöpfen reichten aus, um in den Dunstkreis der Verdächtigen zu geraten. Arme Greta Thunberg.

Die neueste Schnapsidee dieser skurril agierenden Ministerin findet man in ihrem Regenbogenportal. Über das Kapitel „jung und schwul, lesbisch, bi, quer“ gelangt man auf die Seite: „Sexuelle Vielfalt in der Schule anerkennen und unterstützen.“ Damit eine diskriminierungsfreie Lernatmosphäre erzeugt wird, soll in den Schulen durch Poster und Bücher die sexuelle Vielfalt sichtbar gemacht werden. Außerdem sollen die Lehrer auf geschlechtsneutrale Formulierungen achten, also nicht mehr Mutter und Vater schreiben, sondern nur noch Elternteil 1 und 2. Muss man die Schulen, die so schon genug um die Ohren haben, mit so einem „Quark“ derart überfrachten. Und: Ist das Durchdeklinieren des Lebens bis ins letzte Detail wirklich notwendig und entstehen so nicht erst recht Probleme, die es vorher gar nicht gegeben hat? Und was sagt da die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eigentlich dazu?

Während chinesische Schulen bald umfassend digitalisiert sind, bekommen deutsche Schulen Toiletten für das dritte Geschlecht. Haben wir keine anderen Sorgen? Merken diese abgehobenen Profis in Berlin überhaupt noch, was die Menschen wirklich umtreibt? In den Schulen, den Familien, den sozialen Einrichtungen und in der ganzen bundesdeutschen Gesellschaft? Die ständig wiederkehrende Floskel „Wir haben verstanden“ kann ich nicht mehr hören, denn wenn dann nichts passiert, dann fühle ich mich schon veralbert. Die „GroKo“ steht für viele mittlerweile als Synonym für „Großes Chaos“, denn seit der letzten Bundestagswahl war da mehr Gewürge als Regieren zu sehen.

Vielleicht hat es unsere Regierung in Berlin – wie so vieles andere auch – noch nicht gemerkt: Es wächst derzeit eine Generation Menschen heran, die die unterschiedlichen Lebensweisen für selbstverständlich hält und die deswegen gar keiner Bevormundung bedarf! Was übrigens auch für den Rest der Bevölkerung gilt: Es reicht in Sachen Bevormundung – endgültig!

Herbert Semsch, Brühl

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