Leserbrief

Pflegeheim in Hockenheim

Wer fragt eigentlich die Betroffenen?

Seit einigen Monaten verfolge ich die Diskussion über das geplante Pflegeheim in Hockenheim. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich viele verschiedene Personenkreise zu Wort gemeldet haben, die Betroffenen selbst wurden jedoch nicht befragt, ob sie überhaupt an den Stadtrand ziehen wollen.

Ich wohne seit Jahren im betreuten Wohnen in der Rathausstraße und kann auch für einige Mitbewohner sprechen. Niemand ist in der Diskussion bisher auf die Idee gekommen, uns Bewohner und Betroffene zu fragen, ob wir aus der Innenstadt weg möchten. Dies ist nämlich nicht der Fall. Für uns wäre es vorteilhaft, weiterhin schnell und ohne Hindernisse in die Innenstadt zu kommen und mit kurzen Wegen an den Festen innerorts teilnehmen zu können (zum Beispiel Hockenheimer Advent und Kerwe).

Auch für den Besuch eines Cafés oder für einen Einkaufsbummel ist die Nähe zur Innenstadt sinnvoll. Von unserem bisherigen Standort können wir die Innenstadt behindertengerecht mit dem Rollstuhl oder Rollator in relativ kurzer Zeit erreichen. Wenn wir im Baugebiet Biblis untergebracht werden, ist das eine Tagesreise, die fast nicht zu schaffen ist und schon gar nicht ohne fremde Hilfe.

Im Hinblick auf den ständig genannten Zeitdruck fragt man sich als Betroffener wirklich, wo hier die soziale Fürsorge der Stadt für uns bleibt? Sich hauptsächlich aufgrund zeitlicher Argumente für einen ungeeigneten Standort über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu entscheiden, widerspricht gerade der sozialen Fürsorge.

Klaus Maurer, Hockenheim

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