Leserbrief

Merkel-Kommentar

Wer hat hier was verzerrt?

Zum Kommentar „Zu forsche Kanzlerin“ (SZ-Ausgabe vom 24. April) von MM-Redakteur Walter Serif wird uns geschrieben: Ihren Kommentar am 24. April auf der Titelseite habe ich aufmerksam gelesen. Der Inhalt ist meines Erachtens aber so verzerrt und verfälscht, dass bei mir Zweifel aufkommen, ob Sie überhaupt die komplette Rede von Bundeskanzlerin Merkel gesehen haben. Wenn Sie das nämlich getan haben, wissen Sie, dass die Bundeskanzlerin ausdrücklich sich zu der föderalen Struktur unseres Landes und deren Entscheidungskompetenzen bekannt hat.

Daher steht Ihr Kommentar im kompletten Widerspruch zu dem, was Merkel gesagt hat. Merkel hat sich weder gegen die Kompetenzen der Länder gesetzt, noch hat sie was von einem Flickenteppich gesagt und sich schon gar nicht zu irgendwelchen Gerichtsentscheidungen geäußert. Die Bundeskanzlerin sagte: „Ich trage die Beschlüsse, die Bund und Länder am Mittwoch letzter Woche getroffen haben, aus voller Überzeugung mit. Doch Ihre Umsetzung seither bereiten mir Sorgen. Sie wirken auf mich in Teilen sehr forsch, um nicht zu sagen, zu forsch.“ Im Anschluss verdeutlichte sie noch mal, dass die Länder zuständig sind und daran auch kein Jota geändert wird. Sie brachte aber ihre Sorge zum Ausdruck, dass wir „klug und vorsichtig’“ bleiben sollen.

Lieber Herr Serif, bleiben Sie bitte bei der Wahrheit. Denn als seriöse Tageszeitung verlassen wir Leser uns zum Teil darauf, was Sie recherchiert haben und wozu Sie Ihren Kommentar abgeben. Fakenews haben wir genug in den sozialen Medien. Ich würde mir wünschen, dass unsere Tageszeitung nicht auch noch aus Effekthascherei darin abgleitet.

Manfred Döring, Brühl

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