Leserbrief

Gesellschaft Gemeinsam für eine bessere und sichere Zukunft kämpfen / Die jungen Leute in den Forderungen unterstützen

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf – dieses Zitat, welches ich auf einer Kundgebung gegen Rassismus im Mannheimer Schlosshof von einer jungen aktiven Sprecherin gehört habe, hat mich sehr bewegt und beschäftigt. Steckt doch so viel Wahrheit und Aussagekraft in diesem Satz.

Ja, Demokratie ist weder umsonst noch bekommt man sie geschenkt. Es gilt sie daher wach zu halten. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Ewiggestrigen, Rechtspopulisten und Extremen versuchen, das feste Fundament unserer Demokratie, unsere Freiheitsrechte und humanen Werte als Vorwand für ihre Zwecke und Ziele zu nutzen, um sie zu untergraben, auszuhebeln und zu zersetzen.

Diese Art von Demokratieverständnis darf in keinem Fall hingenommen werden. Aber es bewegt sich etwas in unserem Land. Und das lässt mich hoffen. Es scheint, als erwache endlich unsere Gesellschaft – zumindest ein Teil davon – aus dem Dornröschenschlaf. Sie will nicht länger zusehen, wie unsere Grundordnung und unsere Werte im wahrsten Wortsinne mit den Füßen getreten werden.

Deshalb hier ein Hoch auf unsere Jugend. Eine Jugend, die erkannt hat, dass es nicht nur um ihre, sondern um unser aller Zukunft geht. Die es immer mehr versteht, sich mit demokratischen Mitteln gegen Unrecht und Fehlentwicklungen einzusetzen, aufzustehen, sich zeigt, um etwas zu verändern.

Das beste Beispiel dafür sind die Bewegungen „Black Lives Matter“ und „Friday for Future“. Die Menschen und Organisationen haben erkannt, dass die oben genannten Aktionen und unsere Demokratie nicht einfach nur trendy sein dürfen, sondern dass es gilt, sich unermüdlich gegen jede Art von aufkeimendem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Umweltzerstörung und, und, und . . . entgegenzustellen, aufzustehen, sich zu widersetzen und sich für unsere Grundwerte, unsere Staatsform der Freiheit, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit, mit allen demokratisch zur Verfügung stehenden Mitteln einzusetzen, um sie zu verteidigen.

Diesen jungen Menschen gilt mein größter Respekt und meine Anerkennung. Lassen wir sie nicht allein. Reichen wir diesen Jugendlichen – unseren Kindern und Enkeln – unsere helfenden Hände. Unterstützen wir sie im Kampf, um unsere Werte zu erhalten. Sichern wir ihnen unsere absolute Solidarität und Loyalität zu. Zeigen wir ihnen, dass wir zu ihnen halten und stehen, sie uns nicht egal sind. Dass wir bereit sind, gemeinsam mit ihnen für eine bessere, gerechtere Welt und Zukunft zu streiten und einzustehen. Denn wir alle, ob jung oder alt, sind gefordert unsere Demokratie zu verteidigen, sie zu stärken, sie lebendig zu halten, sie mit Schwung zu versehen, ihr frischen Atem einzuhauchen und letztendlich Verantwortung zu übernehmen.

Wir sollten gemeinsam aufstehen gegen aufkeimendes, zerstörerisches Unrecht. Bewegen wir unsere Hintern. Verlassen wir die Komfortzone und den Kartoffelchips-Couch-Aktionismus vor dem Fernseher. Werden wir aktiv. Lassen wir den Traum von Dr. Martin Luther King und allen Freiheitskämpfern wahr werden. Jeder Einzelne von uns hat es in der Hand. Denn nur wer sich bewegt, bewegt etwas.

Thomas Proft, Schwetzingen

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