Leserbrief

Geschützter Begriff

Wing Tsun ist nicht Wing Tcun

Im Schwetzinger Lokalteil war ein Bericht über die angebliche Wing Tsun Akademie Schwetzingen von Ugur Gözel zu lesen. "Angeblich" deshalb, weil doch besser bei der Wahrheit geblieben werden sollte. Zum Vergleich: Die Schwetzinger Zeitung würde sich sicherlich nicht den Untertitel "Zeitung für Deutschland" geben, denn dieser steht seit jeher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu, die tatsächlich bundesweit erscheint.

Nichts anderes ist es hier. Die Kampfkunst Wing Tsun wurde vor knapp 40 Jahren nach Deutschland gebracht. Der einzige Verband, der dieses echte Wing Tsun vertritt und weiterentwickelt, ist die Europäische Wing Tsun Organisation (EWTO). Daraus werden große Teile von Polizei, Bundeswehr und Spezialeinheiten ausgebildet.

Herr Gözel gehört diesem Verband nicht an und schreibt sich als Nachahmer sonst mit "c", also Tcun. Das originale Wing Tsun, wie im Bericht mehrfach genannt, darf er nicht vertreten. Dem Kampfkunst-Laien mag dies als unwichtig erscheinen. Aber man will ja auch sonst nicht aufgrund der Bewerbung einer Marke nach dem Kauf irgendwann feststellen, dass man einem Plagiat aufgesessen ist.

Das nennt man dann juristisch Irreführung der Verbraucher, kodifiziert im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Niemand hat etwas gegen Wettbewerb, jedoch sollte er mit redlichen Mitteln geführt werden. Die einzige Schwetzinger Kampfkunstschule der EWTO gibt es in der Scheffelstraße 77, übrigens ebenfalls den einzigen in Schwetzingen von der EWTO ausgebildeten Fachtrainer für Frauenselbstbehauptung und -Verteidigung.

Rüdiger Uhrig, Oftersheim

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