Leserbrief

Infektionszahlen

Wird die Wende verschwiegen?

Laut neuesten ARD-Videotext-Nachrichten ist die Gesamtinfektionsfallzahl vom Dienstag, 7. April, bis Mittwoch, 8. April, mit 103 228 Infizierten „leicht angestiegen“, und zwar um 4003 Fälle. Für alle, die nach zwei Wochen Kontaktbeschränkungen auf die in Aussicht gestellte Wirkung der zahlreichen Eindämmungsmaßnahmen warten, ist das eine herbe Enttäuschung. Man möchte nach zwei Wochen „Karenzzeit“ der Maßnahmen ab Ende März endlich anhand einschlägiger Zahlen eine deutliche Abschwächung der Welle sehen, damit die Rückkehr zur Normalität möglich erscheint.

An einer anderen, weit entfernten Stelle des Videotextes gibt es eine Tabelle unserer Gesamtinfektionszahlen von Montag, 1. April, bis Mittwoch, 8. April. Der Zuwachs von 4003 Fällen ist die Differenz von 99 395 Gesamtinfektionen am Dienstag, 7. April, und 103 398 Fällen am Mittwoch, 8. April. Ermittelt man aus Neugier die Zuwächse per 6. und 7. April, so erhält man ähnliche tägliche Raten von 3677 und 3834. In der Tat hat man hier eine leichte Zu-nahme der Infektionen um 9 Prozent von 3677 auf 4003 in drei Tagen.

„Wie gehabt“, würden die meisten Leser hier sagen. Doch es ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze, überraschend erfreulich gute Nachricht, eröffnet sich erst beim zweiten kritischen Blick auf die Tabelle: Von Sonntag, 5. April, auf Montag, 6. April, gab es einen starken Rückgang der Zuwachsraten von 6116 auf die genannten 3677, das heißt um erstaunliche 40 Prozent. Ein Blick zurück zeigt, dass mit diesem überraschend niedrigen Zuwachs per 6. April eine ganze Kette von neuen Infektionsfällen über 6000 ab Ende März bis 5. April abrupt endete.

In der Anfangsphase der Maßnahmen Ende März hatten wir 6100 neue Fälle (27. März). Laut neuester RKI-Meldung haben wir per Donnerstag, 9. April, nur noch 3600 Neuinfektionen zu beklagen. Das bedeutet einen erstaunlichen Rückgang um 41 Prozent innerhalb von zwei Wochen. So bleibt die große Frage, warum die Bevölkerung über diese erfreuliche Entwicklung völlig im Unklaren gelassen wird.

Dr. Felix Conrad, Hockenheim

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