Leserbrief

Entscheidung zum Lockdown Schuld sind doch diejenigen, die sich nicht daran halten / Impfungen sind jetzt der Schlüssel

Wo war denn der Irrtum?

Zum Kommentar „Politik der Ehrlichkeit“ vom 14. Dezember wird uns geschrieben: Herr Kammholz, Ihren Kommentar auf der Titelseite habe ich aufmerksam gelesen. Darin schreiben Sie, dass die Infektionszahlen erst drastisch steigen mussten, damit Bund und Länder den gemeinschaftlichen Mut zur Konsequenz fassen konnten. Ihr Kommentar endet: Die Bürgerinnen und Bürger wollen dennoch weiter vertrauen können. Aber einer Politik, die auch den Irrtum kennt und benennt.

Nun stellt sich mir die Frage, wer hat sich denn geirrt. Waren es nicht wir Bürger – genauer gesagt die 10 bis 15 Prozent, die sich nicht an die Vorgaben gehalten haben – die den Misserfolg des „Lockdown light“ zu verantworten haben. Ziel der ge-meinsamen Entscheidung für den „Lockdown light“ war, die Kontakte um 70 Prozent zu reduzieren. Weiteres Ziel war, Schulen und Kitas offen zu halten. Also mussten andere Teile der Gesellschaft – darunter die Gaststätten – geschlossen werden.

Natürlich lässt sich im Nachhinein trefflich darüber streiten, ob das richtig war. Wie wir aber sehen konnten, haben sich ein Teil unserer Mitbürger gar nicht darum geschert. Sie haben sich weiterhin in größeren Gruppen ohne Maske getroffen und zusammengestanden. Wenn man einige darauf angesprochen hat, ist man nur übel angepöbelt worden.

Einige Gastronomen kamen auf die Idee „Glühwein to go“ anzubieten und mussten erleben, dass sich die Menschen vor ihrem Glühweinstand versammelten, anstelle den Glühwein zu nehmen und unterwegs zu verzehren. Und darüber hinaus wurde die ein oder andere Querdenker-Demo, die von den Behörden vor Ort untersagt wurde, von den Gerichten wieder freigegeben.

Wenn ich alles zusammenfasse, komme ich zu dem Schluss, dass der Erfolg oder Misserfolg der Pandemiebekämpfung daran hängt, dass wir uns alle darum kümmern. Da ist es müßig zu fragen, wer hat sich denn geirrt. Wenn jeder ehrlich zu sich selber ist, hat im Sommer keiner geglaubt, dass die zweite Welle mit solcher Wucht kommt.

Wie dann die ersten Anstrengungen zur Eindämmung kamen, wurde der politische Gegenwind von FDP, Linke und vor allem der AfD sehr laut. Leider habe ich von den „sehr lauten“ noch kein Konzept gehört, wie die Krise bewältigt werden kann. Wenn man sich den Gedanken der FDP genauer betrachtet, scheint es darauf hinaus zu laufen, dass die „Alten“ weggesperrt werden sollen. Ob das dann der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahin gestellt.

Nun ist es zu einem harten Lockdown gekommen. Ich hoffe, dass sich der gewünschte Erfolg nun einstellt und die Zahlen so weit runter gehen, dass wir spätestens Anfang nächsten Jahres mit den Impfungen beginnen können. Auch da sind wir wieder alle gefragt. Denn nur, wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung sich auch impfen lässt, werden wir bald unser gewohntes Leben wieder zurückbekommen. Und das ist das Ziel, dem wir nach meiner Meinung alles unterordnen müssen.

Manfred Döring, Brühl

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