Leserbrief

Alte Wollfabrik Falsche Einlasszeit auf der Karte ausgedruckt

Zu lange in der Kälte gestanden

Am 26. Dezember fuhren wir mal wieder die 160 Kilometer nach Schwetzingen (Hotel war gebucht), um abends in der Wollfabrik ein Konzert zu genießen. Auf dem Ticket stand „Einlass 19.30 Uhr“ und so war uns klar, dass wir mindestens eine halbe Stunde vorher da sein mussten, um einen der raren Stehtische mit Sitzgelegenheit (wir sind halt nicht mehr die Jüngsten) zu ergattern, vorbuchen kann man so etwas ja angeblich nicht.

Um 19 Uhr standen dann auch schon 25 bis 30 Personen vor uns in der Schlange hinter dem Absperrband, die Temperaturen waren um die 0 Grad, aber das konnte allen die Laune noch nicht verderben. Es wurde 19.30 Uhr und nichts tat sich. Viele (wohl befugte) Personen gingen ein und aus – plötzlich kamen zwei Bedienungen und brachten zwei Tabletts mit Sekt. Bis zu uns hat es aber leider nicht gereicht und zu den 30 Personen, die inzwischen hinter uns standen, schon gar nicht. Um 19.45 Uhr ging ich zur Absperrung und fragte einen Mann, ob er denn etwas wüsste. Ja, Einlass wäre erst um 20 Uhr, auf dem Ticket sei das falsch ausgedruckt.

Der Unmut wuchs nun und Rufe nach Glühwein und Heizpilzen kamen auf, eine Toilette gab’s natürlich auch nicht. Es wurde 20 Uhr und nichts tat sich. 10 Minuten nach 20 Uhr kam dann der Chef raus und verkündete, dass nun gerade Soundcheck sei und wir bald hereinkommen dürften. „Steinigt mich“ rief er noch wohlgelaunt in die Menge und verschwand wieder.

Nach ein paar weiteren Minuten ging es dann tatsächlich los, wir fanden keine Wurfgeschosse und der Chef hatte sich wohlweislich auch verdrückt. Drinnen dann war mindestens die Hälfte der Tische reserviert, was offiziell eigentlich ja gar nicht möglich ist. Wohl dem, der hier Kontakte hat.

Das Konzert begann dann recht pünktlich und der Bandleader verkündete dann irgendwann eine „kurze Pause von 20 Minuten“. Auch hier wurden leider nochmals 35 Minuten daraus, aber immerhin standen wir ja nun im Gebäude.

Das Konzert war klasse, keine Frage! Wir fanden den Gesamteindruck aber eben durch die geschilderten Punkte nur mittelprächtig und nahmen uns vor die Wollfabrik erstmal zu meiden. Vielleicht überlegt sich ja der neue Besitzer ein anderes Konzept. Schauen wir mal.

Rolf Lindau, Nagold

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