Leserbrief

Sanierung Karlsruher Straße in Schwetzingen Für die Anwohner wird das eine Wundertüte / Und sie haben das schon geahnt

Zwei Schritte vor – drei zurück?

Was hat man uns Anwohnern nicht alles versprochen bei der im Palais Hirsch mit viel Tam-Tam vorgestellten Präsentation zum Umbau der Karlsruher Straße. Aber wie immer war wohl in vielen Bereichen wieder der Wunsch der Vater des Gedankens?

Nun jedoch muss man lesen, dass gerade bei den wichtigsten der angedachten Verbesserungen, kräftig zurückgerudert wird. Warum wundert es nicht, dass wir Anwohner dies von Anfang an geahnt haben?

So ergeben sich angeblich erhebliche Schwierigkeiten bei den angedachten Querungen für Menschen mit Handicaps, Probleme bezüglich der Nullabsenkungen und ein Behindertenparkplatz im Bereich Sanitätshaus sei ebenfalls nicht möglich. Also, ich sehe dies mal so: Wenn man als Große Kreisstadt, nach Herausnahme der ehemaligen B 36, eine nun im Straßenverkehrsrecht alleinig der Stadt selbst unterstellte Straße wie geplant von Grund auf sanieren will, was im Prinzip ja einem kompletten Neubau gleichkommt, dann hätte man doch wohl die Entscheidungsfreiheit, alles so zu machen, wie man es möchte? Ich glaube nicht, dass eine, wie auch immer genannte übergeordnete Behörde, hier ein Veto einzulegen berechtigt wäre.

Hochwassergefahr und Rückfluss in Gebäude durch Starkregen lassen sich dadurch vermeiden, dass man bei der Neuinstallation der Abwasserkanäle einen entsprechend großen Querschnitt wählt, welcher in der Lage ist, auch kurzfristig auftretende höhere Wassermengen aufzunehmen. Auch ein entsprechender Niveauausgleich würde sich positiv auf die Verhältnisse auswirken.

Wenn man Querungen wirklich schaffen wollte, dann wären diese ohne Wenn und Aber, durch Aufbringen von entsprechenden Markierungen auf der Fahrbahn durchaus machbar. In den umliegenden Kommunen gibt es dafür ausreichende Beispiele. Selbst wenn man eine Bedarfsampel installieren würde, so wäre diese, angesichts des Fahrzeugaufkommens, durchaus realisierbar, da diese ab einem Durchfluss von 10 000 durchfahrenden Fahrzeugen berechtigt ist und laut der von Stadtseite genannten 20 000 ja um das Doppelte überschritten wird. Und wenn dies wirklich so ist, dass also 40 000 Stoßstangen tagtäglich die Karlsruher Straße passieren, frage ich mich warum? A 5, A 6, B 535 und L 599 sind doch vorhanden.

Fehlen also anscheinend nur die entsprechenden Lenkungsmaßnahmen, wie frühzeitige und ausreichende Beschilderungen, ein Verbot für den Schwerlastverkehr, Kontrollmaßnahmen für Mautpreller und so weiter?

Was letztendlich aus allem wird? Das ganze Projekt gleicht einmal mehr einer Wundertüte, die mich an eine ehemals von Rudi Carrell moderierte Fernsehshow erinnert, welche den Titel trug: „Lass’ Dich überraschen!“ Hans-Peter Rösch, Schwetzingen

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