Lokalsport

Jugend-Bundesliga Handball HG Oftersheim/Schwetzingen erledigt Aufgabe souverän / Minimaler Zeitaufwand – maximaler Erfolg

A-Jugend bleibt erstklassig

Archivartikel

Die HG Oftersheim/Schwetzingen blieb während der gesamten Qualifikation zur Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) ohne Niederlage. Sie erlangte in Balingen mit minimalem Zeitaufwand – nur drei Spielen ohne Umleitung oder Verlängerung – mit maximaler Kampf- und Leistungsbereitschaft und hoher Effizienz in der kommenden Saison die Berechtigung zur erneuten Teilnahme in der höchsten deutschen Spielklasse.

Dass die Mannschaft dabei ab und an ein klein wenig an den Nerven von Stab und begleitenden Eltern gezerrt hat, interessierte später keinen mehr. Ob die Spieler den Turnierverlauf mit Absicht etwas spannender gestalten wollten oder ihnen zwischendurch die zündenden Ideen oder die Konzentration abhandengekommen war, wollten sie nicht beantworten.

Hochprofessionelle Einstellung

„Egal“, war der Tenor, „wir sind durch und in der Bundesliga – der Job ist erledigt“. Und den haben sie hochprofessionell angegangen und auch zu Ende gebracht, bescheinigten die Trainer Christoph Lahme und Thomas Herr.

Aber auch die Jugendführung, vertreten vor Ort durch Leiter Markus Barthelmeß und Koordinator Julian Zipf, war voll des Lobes. Die beiden bedauerten nur, dass fast zeitgleich die B-Jugend in Neuhausen auf den Fildern um ein Tor punktgleich mit Echaz/Erms den erneuten Einzug in die Oberliga verpasste.

Dabei begann die Runde für die A-Jugendlichen unter der Zollernalb alles andere als verheißungsvoll. Mit 2:5 und 4:10 (16.) haben sie das Auftaktmatch gegen TuS Helmlingen erst mal in den Sand gesetzt. Zwölf geknipste Fahrkarten, „die meisten komplett Freie“ (Lahme) entsprechen absolut nicht dem Standard dieser Mannschaft. „Die Halbzeit war zum Vergessen“, meinte auch der Halblinke Jacob Clarius. Zur Pause sah es schon wieder freundlicher aus (8:12) und danach waren auch Abwehr und Torwart Florian Steinbach wieder voll da. Nach wenigen Minuten war jedem in der Halle klar, wer als Sieger vom Feld gehen würde. Auch wenn es noch bis zur 33. Minute dauerte, als der Ausgleich zum 14:14 vollzogen war.

Bewundernswert dabei Raul Seidenfuß, der nach einer Landung auf dem Musikantenknochen seinen Arm nicht mehr spürte, kurz pausierte und sich wieder ins Getümmel warf: „Es muss einfach gehen.“ Das 21:16-Endergebnis war der Lohn.

Direkt im Anschluss, gegen die HSG Freiburg, wollte auch Linksaußen Dennis Folz auf die Zähne beißen – aber vergeblich. Beim ersten Konter (3.) wurde er von einem ausrutschenden Gegenspieler aus Versehen abgeräumt und musste mit einem ordentlichen Pferdekuss aussetzen. Lucas Zacharias war als Nachfolger aber gleich auf dem Posten, wie auch Fynn Thüre am Kreis und in der Deckung für Seidenfuß. Sie und ihre Kollegen ballerten munter drauflos, Leon Haase zeigte sich immer wieder als Abfangjäger bei möglichen gegnerischen Kontern. Und zur Halbzeit war die Geschichte eigentlich gelaufen (15:7). In der Folgezeit wurde viel gewechselt, viel experimentiert. Am Sieg (27:18) gab aber zu keiner Zeit Zweifel, nur die zehn technischen Fehler dieser 20 Minuten wurden später noch einmal aufbereitet.

Finale gegen Gastgeber

Denn gegen die JSG Balingen/Weil-stetten, die ebenfalls siegreich geblieben war, sollten am Sonntagmorgen doch bitte zwei relativ fehlerfreie Durchgänge geboten werden. „Wir wollen den Sieg, das müssen wir dem Gegner von Beginn an zeigen“, forderte Spielmacher Steven Beck seine Mitstreiter zu absoluter Hingabe auf. In einer hochklassigen Partie mit viel Tempo legten die Gäste den Hausherren dann auch prompt Einiges ins Nest, woran sie zu knabbern hatten.

Beim 9:4 (17.) war jedoch der vorläufige Zenit erreicht. Die Schwaben kamen – als die letzte HG-Konsequenz (auf niedrigen Level) in der Abwehr und auch vorne etwas verloren gegangen war – nach wenigen HG-Fehlern nicht nur zum Anschlusstreffer (13:12/27.), sondern auch zum Ausgleich (14:14/32.). Doch die Badener bewiesen einmal mehr Nehmerqualitäten, steckten diesen Rückschlag weg. Beck setzte sich auf Halblinks durch, Clarius fackelte einen Wurf in den langen Winkel und Seidenfuß netzte einen Freiwurf in Unterzahl ein; die vorherige Dominanz war wieder da. Als die JSG-Trainer ihre Männer noch einmal per Auszeit neu einstellten, ahnten die HG-Coaches deren Anweisungen voraus und gaben ihren Leuten die richtigen Direktiven mit auf den Weg, wie sich im 21:17 (10:7)-Endstand dokumentierte.

Dass diese Partie mit nur sieben Mann komplett durchgespielt wurde, ließ bei den „Sitzengebliebenen“ keinen Neid aufkommen. „Die machen das so gut, damit habe ich kein Problem“, meinte stellvertretend Frederic Redmann, der sich in den Partien zuvor immer wieder mit voller Energie eingebracht hatte.

Die Tristesse von Balingen/Weilstetten hielt nicht lange an. Die JSG bezwang im Entscheidungsspiel Allach mit 19:16 und hat damit ebenfalls wieder die JBLH erreicht.

HG: J. Beck, Steinbach; Zacharias, Arslan, S. Beck, Folz, Redmann, Seidenfuß, Kruse, Clarius, Grausam, Trunk, Haase, Thüre, Polifka.

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