Lokalsport

Fußball KSC Schwetzingen würde bei Abbruch aufsteigen

Abschied nach Maß

In einer Pressekonferenz haben die baden-württembergischen Fußballverbände einen Saisonabbruch der Fußballligen empfohlen (wir berichteten). Sollte dieses Szenario auf dem Verbandstag durchgewunken werden, gäbe es pro Liga einen Aufsteiger, aber keine Absteiger. Für die Vereine aus unserem Verbreitungsgebiet würde dieses Szenario allerdings für durchweg fröhliche Gesichter sorgen. Wir blicken auf die Auswirkungen, die dieser Beschluss mit sich bringen würde:

Landesliga Rhein-Neckar: Meister und Aufsteiger wäre der 1. FC Mühlhausen. Für die abstiegsbedrohten Clubs FV Brühl und Spvgg 06 Ketsch würde der Saisonabbruch den Klassenerhalt bedeuten. „Für mich ist das jetzt natürlich eine komische Situation, weil ich aufhöre, aber die Gesundheit steht absolut im Vordergrund“, sagt Ketschs scheidender Trainer Frank Eissler. „Wie es in Ketsch in den nächsten Wochen weitergeht, werden wir intern besprechen.“ Klar ist aber, dass die Planungen auf einen Verbleib in der Landesliga ausgerichtet sind.

Kreisliga: Eine Woche vor dem Abbruch hatte die TSG Lützelsachsen vom SC Rot-Weiß Rheinau die Tabellenführung übernommen, hat aber noch nicht signalisiert, ob sie ihr Aufstiegsrecht wahrnimmt. Profiteure des vorzeitigen Saisonendes und des Aussetzen des Abstiegs wären die TSG Eintracht Plankstadt und der SC 08 Reilingen, die beide derzeit reguläre Abstiegsplätze belegen würden. Dennoch hütet sich insbesondere Reilingens Vorsitzender Uli Kief davor, die Korken knallen zu lassen. „Das klingt jetzt blöd, aber im schlimmsten Falle würden wir auch ohne Klagen den Abstieg akzeptieren“, so Kief. „Es kommt, wie es kommt. Nächstes Jahr wird es deshalb nicht leichter.“

Kreisklasse A1: Der KSC Schwetzingen würde als Meister über die Ziellinie gehen und sich so einen vermutlich nervenaufreibenden Saisonendspurt ersparen. Für Trainer Deniz Acikgüloglu ein Abschied nach Maß. „Es ist mit Sicherheit kein Szenario, das jedem gefallen wird. Aber egal, wie entschieden würde, es würde immer Vor- und Nachteile haben“, sagt der KSC-Coach. „Mit dem Saisonabbruch würden wir aufsteigen und meine Arbeit wäre damit beendet.“ In der kommenden Spielzeit übernimmt Yusuf Baran.

Dennis Hardung, Trainer des abstiegsbedrohten FC Badenia Hirschacker hätte gerne lieber heute als morgen Gewissheit über einen definitiven Ausgang der Saison. „Bei der Videokonferenz war die Mehrheit der Vereine für Abbruch. Warum man es jetzt wieder hinauszögert, verstehe ich nicht“, sagt Hardung. „Und das sage ich jetzt nicht, weil wir dadurch die Klasse halten würden. Dies hätten wir dann doch gerne aus eigener Kraft schaffen wollen.“ Seit zwei Monaten findet beim FC Badenia lediglich telefonischen Kontakt zwischen Spieler und Trainer statt. Derzeit finde trotz Corona-Lockerungen auch noch kein Training bei den Gelb-Schwarzen statt.

Kreisklasse B: In der Staffel B1 würde der Zweitplatzierte Polizei SV Mannheim vom Schicksal des TSV Neckarau II profitieren, der als Meister nicht aufsteigen dürfte. wy

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