Lokalsport

Formel 1 Alfa-Pilot Kimi Räikkönen vor 300. Grand Prix

„Am Ende ist es einfach eine Zahl“

Archivartikel

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat die Schallmauer durchbrochen, Rubens Barrichello, Jenson Button und Fernando Alonso haben ebenfalls 300 Grands Prix absolviert. Und ab Sonntag wird auch Alfa-Romeo-Pilot Kimi Räikkönen zu diesem elitären Kreis gehören, denn beim Großen Preis von Monte Carlo (15.10 Uhr / RTL und Sky) wird der Finne sein 300. Rennen bestreiten. Für den so beliebten, aber ebenso knurrigen 39-Jährigen ist das aber noch kein Grund die Partyhüte auszupacken: „Es ist nicht anders als vergangene Woche oder wie es beim nächsten Rennen sein wird. Am Ende ist es einfach eine Zahl.“ Sehr wohl aber eine stolze Zahl, denn Räikkönen ist erst der fünfte Fahrer, der es in diesen Club schafft.

Strenggenommen steht er im Fürstentum aber erst zum 298. Mal in der Startaufstellung: 2005 in Indianapolis und 2017 in Malaysia konnte er aufgrund von Reifen- und Technikproblemen nicht am Rennen teilnehmen. Das dürfte ihn allerdings kaum interessieren. Viel wichtiger ist ihm ein gutes Ergebnis. Vor 14 Jahren gewann er in Monaco. Damals fuhr er für McLaren-Mercedes. An dieses Ergebnis wird der Publikumsliebling dieses Mal wohl nicht herankommen, nach den ersten beiden Einheiten am Donnerstag darf das Alfa-Romeo-Team aber berechtigte Hoffnungen auf ein ordentliches Resultat hegen. Nach dem schwachen Abschneiden in Barcelona ist der Optimismus nach zwei neunten Plätzen in den Freien Trainings wieder größer: „Wir haben die Fehler verstanden. Wenn wir genügend Grip haben, würde uns das natürlich helfen, aber Monaco ist immer speziell“, sagt Räikkönen vor der wichtigen Qualifikation am Samstag (ab 15 Uhr).

Am Freitag hatten er und seine Fahrerkollegen frei. Auch das ist in Monte Carlo eine Besonderheit. Der Grand Prix von Monaco fand in der Vergangenheit stets am Wochenende nach Christi Himmelfahrt statt. Dieser fällt auf einen Donnerstag. Da die arbeitende Bevölkerung dann traditionell frei hatte und somit auf die Tribüne gehen konnte und der Geschäftsverkehr in den engen Straßen weniger beeinträchtigt wurde, entschieden die Veranstalter, die Trainings schon donnerstags stattfinden zu lassen. Inzwischen ist das Rennen zwar nicht mehr zwangsläufig am Wochenende rund um Christi Himmelfahrt, am trainingsfreien Freitag haben die Organisatoren aber festgehalten.

Außerdem hat das gestreckte Programm auch einen logistischen Hintergrund: Im Fürstentum sind die Rahmenserien – dazu zählen die Formel 2, der Porsche Supercup sowie die Formel-Renault-Meisterschaft – nicht in einem Fahrerlager zentral vereint, sondern in vielen Parkhäusern verteilt. Deswegen benötigen die Mechaniker mehr Zeit, um die Autos von der Strecke wieder in die Tiefgarage zu transportieren. Eine Ausweitung des Zeitplans von drei auf vier Tage erleichtert.

„Kein schöner Ort zum Arbeiten“

Für die Formel-1-Fahrer um Kimi Räikkönen ändert sich dadurch der Stundenplan. Der „Iceman“, der bei Sauber im Jahr 2001 seine Karriere begann, ist davon kein Fan: „Ich mag Monaco eigentlich überhaupt nicht, es ist kein schöner Ort zum Arbeiten. Für die Ingenieure ist kaum Platz.“

Das Alfa-Romeo-Team – einst Sauber – möchte seine Performance an der Côte d’Azur freilich verbessern, denn in den vergangenen Jahren war Monte Carlo kein gutes Pflaster, weiß auch Räikkönen, der im Winter von Ferrari zu seiner ersten Karrierestation zurückkehrte: „Wir werden unser Bestes geben und schauen, was dabei herauskommt.“ Fest steht für ihn aber: „Egal, was wir erreichen: Es geht um die geleistete Arbeit und die Fortschritte, nicht um Zahlen.“ Auch dann nicht, wenn er die magische 300er-Marke durchbrochen hat.

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