Lokalsport

2. Handball-Bundesliga Frauen Ketsch verliert bei Mainz im Spitzenspiel mit 27:34 (15:17) / Erstligareife Atmosphäre / Entscheidung in Heimpartie gegen Berlin?

Bären müssen Aufstiegsfeier verschieben

Archivartikel

Bedröppelt saßen die Handballerinnen der Ketscher Kurpfalz-Bären auch lange nach dem Abpfiff noch auf dem Spielfeld. Manche suchten die Einsamkeit, andere analysierten gemeinsam mit den Mitspielerinnen die deutliche 27:34 (15:17)-Niederlage im Spitzenspiel beim 1. FSV Mainz 05. Kapitänin Sina Michels sagte: „Wir haben uns die Chancen gut herausgearbeitet, aber dann eben nicht verwertet und im Gegenzug hat Mainz zugeschlagen.“

Der Sportliche Leiter Thomas Löbich pflichtete ihr bei: „Wir haben in den entscheidenden Augenblicken zu viele freie Bälle verworfen.“ Die Auswirkungen lassen sich in der Tabelle erkennen: Die Rheinhessinnen ziehen durch den Heimerfolg vor ausverkauftem Haus an den Bären vorbei und belegen jetzt Rang zwei. Die Handball-Luchse Buchholz-Rosengarten, die keine Lizenz für die Bundesliga beantragt haben, haben sich derweil vorzeitig den Titel im Unterhaus gesichert.

Trainerin Katrin Schneider hatte sich unter der Woche nicht in die Karten schauen lassen. Zwei personelle Wechsel wären angesichts der Leistungen in der Vorwoche gegen Buchholz-Rosengarten (Anm. d. Red.: 21:28/wir berichteten) denkbar gewesen, denn Elena Fabritz am Kreis und Rückraumspielerin Verena Oßwald, die in Mainz studiert, hatten bei der Niederlage auf sich aufmerksam machen können. Doch die Übungsleiterin warf die Überlegungen über den Haufen und vertraute ihrer Stammformation. Ihr Bauchgefühl bestätigte sich nach den ersten Angriffen, als Carmen Moser und Lena Feiniler für die Bären trafen. Aber auch Mainz fand vor einer würdigen Kulisse – das Fanlager der 05er wurde lautstark von der Ultra-Gruppierung der Fußballer dominiert – gut ins Spiel (5:4/8.).

Das Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich bis zum 10:10 durch Samira Brand fort, doch dann gelang den Gastgeberinnen mit einem Doppelschlag durch Larissa Platen und Elisa Burkholder die erste Zwei-Tore-Führung. Dieser Vorsprung hatte bis zur Pause Bestand. „Wir haben es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht“, fand auch Schneider, die jedoch dann mit ansehen musste, wie die Bären nach und nach die Kontrolle verloren.

Dabei war nach dem 18:18-Ausgleich durch Rebecca Engelhardt und einer Parade von Sabine Stockhorst sogar die Möglichkeit da, die erste Führung seit dem 5:6 zu erzielen: Doch zunächst leistete sich Michels einen technischen Fehler, dann verwarf Fabritz. „Vielleicht haben wir zu viel gewollt. Wenn der erste Ball an den Pfosten geht und der zweite Wurf dann auch, dann fragt man sich schon: ,Was soll das hier?‘“, beschreibt Michels.

150 Fans mitgereist

Nach vier weiteren Fehlern in der Offensive sowie einer Zeitstrafe war die Partie nach dem 25:20 für Mainz schon beinahe entschieden (46.). Ketsch gab sich zwar – angetrieben von 150 mitgereisten Fans – nicht auf und kämpfte sich noch einmal auf 23:26 heran (52.), doch dann mussten Fabritz und Oßwald für zwei Minuten raus. In dieser Phase schlug Mainz eiskalt zu (31:25/57.). In den Schlussminuten durfte sich bei den 05erinnen auch noch Schlussfrau Leonie Moormann auszeichnen. Die Torhüterin wechselt nach der Saison nach Ketsch und zeigte den Zuschauern, auf was sie sich freuen dürfen. „Sie kann Wurfbilder schnell lesen und ist eine Torfrau der anderen Art. Ich freue mich auf sie“, konnte Schneider der Partie doch noch etwas Positives abgewinnen.

Hinsichtlich des Aufstiegskampfs haben die Bären immer noch alles in der eigenen Hand. Am Samstag, 11. Mai, können sie gegen Berlin für die Entscheidung sorgen. Das letzte Heimspiel des Jahres soll dann nicht nur als Vorbereitung für die Saisonabschlussfeier dienen, sondern diese zur Aufstiegsparty werden lassen.

Bären: Stockhorst, Wiethoff; Eckhardt (6/5), Brand (5.), Oßwald (4), Fackel (3), Feiniler (3), Moser (2), Engelhardt (2), Fabritz, Michels (2), Michl, Marmodee.

Beste Spielerinnen: Soffel, Platen, Großheim – Brand.

Schiedsrichter: Katharina Heinz / Sonja Lenhardt. Zuschauer: 500.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional