Lokalsport

Handball Wegen Corona sind bis Jahresende alle Spiele auf Verbandsebene abgesagt / Entscheidung für Oberliga und 3. Liga steht aus

BHV unterbricht die Saison

Archivartikel

In einer Sitzung am Dienstag hat das Präsidium des Badischen Handball-Verbands (BHV) einstimmig die Saisonunterbrechung ab sofort bis einschließlich 31. Dezember beschlossen. „Keine leichte, aber zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung“, heißt es in einer Pressemitteilung des BHV. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern am Mittwoch zu den neuen Corona-Beschränkungen sind einige der 24 Stunden zuvor getroffenen Entscheidungen aber teilweise schon wieder überholt.

Denn das BHV-Präsidium hatte durchaus das Ziel, weiterhin den Handballsport zu ermöglichen – durch Trainingsbetrieb sollte dies aufrechterhalten werden. Aber bis (mindestens) Ende November wird dies nach den neuen Vorgaben nicht mehr gestattet. Wie es mit den übergeordneten Spielklassen wie den Baden-Württemberg-Ligen und dritten Ligen weitergeht, konnte BHV-Präsident Peter Knapp (Oftersheim) am Mittwochabend noch nicht prophezeien. Die Entscheidung darüber soll am Donnerstag- und Freitagabend fallen. Stand jetzt würden an diesem Wochenende die Spiele noch ausgetragen werden. Dies betrifft die Drittligisten HG Oftersheim/Schwetzingen (Männer), HSG St. Leon/Reilingen und TSG Ketsch II (beide Frauen) sowie die weibliche B-Jugend aus Ketsch, die alle an diesem Wochenende im Einsatz sein sollen.

Seit dem 19. September war der Handball wieder durch die Sporthallen im Verbandsgebiet geflogen. Nach einer sich unendlich anfühlenden Spielpause von sechs Monaten kämpften die Mannschaften wie gewohnt um jeden Punkt. Das Votum in der Vereinsumfrage vor Rundenbeginn war deutlich – auch die Vereine hatten den Saisonstart gewünscht und herbeigesehnt.

„Die Grundlage unserer bisherigen Entscheidungen lag in der Verordnung-Sport des Kultus- und Sozialministeriums in der jeweiligen gültigen Fassung. Aufgrund der neuen Gegebenheiten und des exponentiellen Anstiegs der Infektionszahlen haben wir uns im Präsidium einstimmig gegen die Möglichkeit zur Durchführung des Spielbetriebs in der Verordnung- Sport und somit für folgende Handhabung im BHV entschieden: Der Badische Handball-Verband unterbricht mit sofortiger Wirkung den Erwachsenen- und Jugendspielbetrieb auf Ebene des BHV sowie seiner Untergliederungen bis einschließlich 31. Dezember. Ebenso werden Freundschaftsspiele bis auf Weiteres nicht genehmigt. Den Vereinen obliegt es in eigener Verantwortung, einen Trainingsbetrieb durchzuführen“, sagte BHV-Präsident Knapp am späten Dienstagabend. Letzteres wird nun bis Ende November nicht möglich sein.

Anstieg der Verlegungen

Umgehend nach der Veröffentlichung der neuen Verordnung Sport hatte der Badische Handball-Verband am 23. Oktober seine Vereine über eine außerordentliche Präsidiumssitzung informiert, die auf Dienstagabend terminiert war. Rückblickend auf das vergangene Spielwochenende wurde ein deutlicher Anstieg der Spielverlegungen verzeichnet. Von insgesamt 145 Spielen wurden 90 Spiele ausgetragen. 38 Prozent der angesetzten Partien wurden aufgrund von Corona verschoben.

Ganz anders sehe dies in den Nachbarverbänden in Südbaden und Württemberg aus. Auch, wenn Südbaden mit 45 Prozent abgesagten Spielen nur knapp über den nordbadischen Wert liegt, wehe in Württemberg mit 72 Prozent abgesagten Spiele ein ganz anderer Wind. Auch diese beiden Verbände haben sich dazu entschlossen, den Spielbetrieb vorübergehend zu pausieren.

Ebenfalls ruht in Bayern, Hamburg, Hessen, Mittelrhein, Niederrhein, Pfalz und Rheinhessen der Ball. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saar, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sollten weiterhin Spielbegegnungen angepfiffen – auch das ist jetzt ab 2. November passé.

„Egal, welche Entscheidung wir getroffen hätten, wir hätten nicht jedermann zufriedenstellen können“, erläuterte BHV-Geschäftsführerin Ramona Müller, sagt aber auch: „Neben viel Zuspruch für unser Tun haben uns Vorwürfe von Ignoranz und Verantwortungslosigkeit hinsichtlich unserer Entscheidungen sehr entsetzt.“ ali

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