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2. Fußball-Bundesliga SV Sandhausen legt nach Engels-Wechsel zu Rotterdam nicht nochmals nach

„Der Samstag war turbulent“

Archivartikel

Mikayil Kabaca hatte schon vor dem Spiel am vergangenen Freitag vermutet, dass ihm ein turbulentes Wochenende bevorstehen würde und deswegen alle privaten Termine abgesagt. Seine Einschätzung fußte auf der Tatsache, dass am Montagabend das Transferfenster schloss und der Sportliche Leiter des Fußball-Zweitligisten ursprünglich noch sieben Spieler abgeben wollte. Geklappt hat das nicht wie ausgemalt.

Denn Mario Engels, der eigentlich gehalten werden sollte, wechselte am Samstag überraschend zu Sparta Rotterdam in die Niederlande. „Bevor das Angebot kam, hat mich sein Vater angerufen und sich nach der Situation erkundigt. Er hat aber nicht davon gesprochen, dass Mario gehen möchte“, sagte Kabaca. Dann kam das Angebot und der Sportliche Leiter setzte sich mit Trainer Uwe Koschinat zusammen. Nach reiflicher Überlegung stimmten sie dem Wechsel zu. „Der Samstag war turbulent. Wir haben dann beraten, ob wir noch einmal nachlegen oder nicht“, erklärt Kabaca.

Letztlich entschieden sich die führenden Köpfe dagegen. Dadurch ergibt sich für Philip Türpitz und Besar Halimi wieder eine Chance, in den Kader zu rutschen. Sie standen auf dem Abstellgleis, haben aber keinen neuen Arbeitgeber gefunden und so bleiben sie – wie auch Ivan Paurevic, Alexander Rossipal, Sören Dieckmann und Marlon Frey – dem SVS erhalten.

Vertrag mit Hansch aufgelöst

Ein Grund dafür ist mitunter auch die Corona-Pandemie, meint der 43-jährige Kabaca: „Die Drittligisten haben weniger Geld zur Verfügung. Die Lage ist zu ungewiss.“ Einen Spieler hat der SVS dann aber doch noch abgegeben. Der Vertrag von Leih-Rückkehrer Florian Hansch wurde aufgelöst. Der Mittelfeldspieler könnte beim Chemnitzer FC unterkommen. Dorthin war er schon im Vorjahr verliehen.

Welche Einschnitte hat der 28 Mann umfassende Kader nun? Kabaca klärt auf: „Es ist zwar ärgerlich, dass wir die Spieler noch auf unserer Gehaltsliste haben, aber insgesamt sind wir gut aufgestellt. Der Kader ist stärker als im Vorjahr und die Jungs sind charakterlich in Ordnung. Sie haben bislang nicht gestänkert und werden das auch in Zukunft nicht tun, da bin ich mir sicher. Außerdem haben sie jetzt die Möglichkeit, wieder voll anzugreifen.“

Übrigens: Ein Szenario à la Engels könnte noch einmal eintreten, denn das Wechselfenster in der Schweiz (schließt in sieben Tagen) oder den Niederlanden (am Dienstag) ist immer noch geöffnet.

Aleksandr Zhirov hat sich damit nicht beschäftigt. Der Innenverteidiger, der von einem Verbleib am Hardtwald überzeugt wurde, ist bei der russischen Nationalmannschaft gut angekommen. Im Gespräch mit der Presseabteilung des Verbandes sagte er: „Ich habe wahrscheinlich keine Chance, in der Startformation zu stehen, aber es ist schön, hier zu sein.“ Nikolas Nartey mit der dänischen U 21-Nationalmannschaft unterwegs. Besar Halimi trat die Reise in den Kosovo aufgrund einer Verletzung nicht an und Torwart Martin Fraisl stand zwar auf der Nachrücker-Liste bei Österreich, wurde aber nicht nominiert.

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