Lokalsport

Training Langjährige Kooperation zwischen SV Sandhausen und Wellness- und Fitnesspark Pfitzenmeier / Kadria setzt auf Vielseitigkeit

Die Kraft kommt aus der Mitte

Schwetzingen/Sandhausen.Dirk Stelly (Bild: SVS) macht keinen Hehl daraus, dass er ein Freund vom Training unter gewissen Belastungen ist – auch aufs Wetter bezogen. „Triathleten, die beim Ironman auf Hawaii antreten, müssen sich unter bestimmten Bedingungen vorbereiten, um eine Chance zu haben. Sie haben auch keine Ausreden“, meint der Athletiktrainer des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen mit Blick aufs Thermometer. Das zeigte bei dem wöchentlichen Trainingsgastspiel außerhalb des BWT-Stadions im Wellness- und Fitnesspark Pfitzenmeier in Schwetzingen satte 35 Grad Celsius an.

Diesmal ging’s für die Spieler direkt unter der glühenden Vormittagssonne in den „Power Garden“ im Außenbereich des Studios. Kraft- und Ausdauerschulung unter klimatischen Spielbedingungen – bei der Partie in Greuther Fürth (1:3) herrschten ähnliche Temperaturen, gegen den Hamburger SV am Sonntag, 12. August, 13.30 Uhr am Hardtwald, kratzt die Quecksilbersäule an der 30er Marke. Alles kein Problem für die Profikicker: Ihre Konzentration liege voll und ganz auf dem anstehenden Spiel, so Athletiktrainer Stelly. Und die Hitze sei reine Kopfsache: Wenn man sich nicht damit beschäftige, sei sie auch kein Problem.

Vollgas in der Vormittagssonne

Bei der Einheit mit Haki Kadria, sportlicher Direktor bei Pfitzenmeier, sowie dessen Kollegin Jaqueline Späth läuft den Fußballern zwar der Schweiß, was der Sonne und dem knackigen Programm geschuldet sein dürfte. In Abstimmung mit dem Trainerteam um SVS-Chefcoach Kenan Kocak stellt Kadria einmal pro Woche für die Zweitliga-Kicker für eine Stunde Übungen zusammen – diesmal liegt der Fokus auf der Stabilisierung von Rumpf, Schultern und Hüfte, kurzum: Ganzkörpertraining. Dafür bietet der neue „Power Garden“ beim Pfitzenmeier-Resort auf fast 600 Quadratmetern alle Möglichkeiten – und das mit Übungsfeldern auf angenehmem Bodenbelag sowie einer einzigen Station: dem „Funs C Training Tower“. Der Container offenbart an all seinen Seiten und im Inneren unendlich viele Trainingsoptionen. Kadria erklärt den Ablauf des Rotation-Performance-Trainings – 45 Sekunden Vollgas, zur nächsten Station wechseln, Trinkpausen sind mit kalkuliert.

Die Musik wummert aus der Box, los geht’s: Tim Kister agiert mit der Slashpipe. Das ist eine Röhre, die mit orange gefärbtem Wasser gefüllt ist, etwa vier Kilo schwer. Zwei Handschlaufen sorgen für den nötigen Halt während der Knielifts. Da sich das Wasser in der Röhre bewegt, wird der gesamte Körper in Stabilität geschult. Am Container hievt Denis Linsmeyer seinen Körper an einer Stange per Armkraft in die Senkrechte, Rúrik Gíslason versucht das Ganze aus einer halb schrägen Position an den TRX-Bändern, neben ihm geht’s für Leart Paqarada in die umgekehrte Richtung. Stefan Kulovits drückt die Langhantel auf einer instabilen Bank. Jesper Verlaat absolviert am TRX-Rip-Trainer Rotationsübungen, während Mohamed Gouaida und Aleksandr Zhirov am Ivo-Trainer beziehungsweise Schlitten Kraft und Schnelligkeit durch Ziehen und Schieben trainieren.

„Fußball ist ein dynamisches Spiel, bei dem nicht nur die Beine und der Kopf entscheidend sind. Um gegen Außenwirkungen wie Gegenspieler, Rasen und Ball gewappnet zu sein, ist eine Stabilisierung gerade des Rumpfbereichs wichtig. Von dort aus wird der Körper gesteuert“, erklärt Kadria, der auf Vielseitigkeit setzt.

Regeneration sehr wichtig

Ein wichtiger Punkt – auch mit Blick auf die tropischen Verhältnisse der zurückliegenden Wochen – ist die schnelle Regeneration der Spieler, macht Athletiktrainer Dirk Stelly deutlich. Neben Stretching gehören warm-kalte Wechselduschen genauso dazu wie Amino-Elektrolytgetränke und ausreichend Schlaf. „Ich empfehle – auch jedem Ottonormalverbraucher – Powernapping. Denn jedes Training ist wie eine Infektion für den Körper. Und dem muss man für die Regeneration Zeit geben“, erklärt Stelly weiter. Er bescheinigt dem Team insgesamt einen „sehr guten Zustand“, bei dem „ein oder anderen sei noch Luft nach oben“.

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