Lokalsport

Fußball-Verbandsliga SV 98 muss sich Schlusslicht SGK Heidelberg mit 2:3 geschlagen geben / Trainer Kevin Knödler moniert haarsträubende Stockfehler

Die Schießbude schießt Schwetzingen ab

„Wir sind die größte Lachnummer der Liga“, brachte es der Trainer des Fußball-Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen Kevin Knödler nach der blamablen 2:3-(1:1)-Niederlage beim Tabellenschlusslicht SGK Heidelberg auf den Punkt. Knödler, der vor dem Derby vor harter Gegenwehr warnte, sollte recht behalten.

Sein Team traf auf einen bis in die Haarspitzen motivierten Gastgeber. Ausgerechnet die Schießbude der Liga, die mit 127 Gegentoren und nur drei Punkten auf der Habenseite schon lange als erster Absteiger feststeht, stürzte die Spargelstädter nun ins Tal der Tränen. Frederic Johannes schoss früh die SGK in Führung (8.). „Ein langer Ball, wir pennen und schon liegen wir wieder hinten“, ärgerte sich der Schwetzinger Coach über die Schlafmützigkeit in seiner Abwehr. Seine Miene erhellte wieder, als Jonas Can gekonnt zwei gegnerische Spieler austrickste und zum 1:1 ausglich (13.). Schwetzingen war nun im Spiel und hatte durch Michael Kettenmann, Edmand Osmanaj und Patrick Hocker (28., 35. und 42.) gute Chance.

SGK-Spieler Marcel Feßler sah eine Minute nach dem Seitenwechsel durch wiederholtes Foulspiel Gelb-Rot. Fabian Wild brachte mit einem satten Schuss den SV 98 mit 2:1 in Führung (52.). Wer nun dachte, dass die Schwetzinger mit einem Mann mehr und der Führung im Rücken den Sieg nach Hause schaukeln würden, machte die Rechnung ohne den Gastgeber, der trotz numerischer Unterzahl um jeden Ball fightete und einen unbändigen Willen an den Tag legte, das Derby unbedingt für sich zu entscheiden. Zwar boten sich den Spargelstädtern weitere gute Chancen, das Ergebnis höher zu gestalten, doch die wurden – wie bereits im ersten Durchgang – leichtfertig vergeben. Der ehemalige Schwetzinger Spieler Muharrem Iseni nutze einen Patzer von Hakan Yunus Kavak und Torhüter Steven Ullrich gedankenschnell zum 2:2-Ausgleich aus (74.).

Hockers Bärendienst

Patrick Hocker, der blass blieb, erwies seiner Mannschaft eine Bärendienst, als er in der 85. Minute mit Gelb-Rot vom Platz flog und im kommenden Spiel gegen SpVgg Durlach-Aue ausfällt. Als der SV 98 mit Mann und Maus das Kirchheimer Tor belagerte, nutze Rufus Froschauer einen Konter zum 3:2-Siegttreffer (89.). Zwar stehen noch drei Spiele aus, aber der Abstieg scheint mehr und mehr Realität zu werden.

„Was soll man da machen, wenn du so viele individuelle Fehler produzierst wie wir, da kannst du trainieren, was du willst, da bist du von außen machtlos“, sagte Knödler, dem die Zornesröte ins Gesicht stand angesichts der wieder einmal haarsträubenden Stockfehler, die sich seine Spieler leisteten. In der Tat muss man lange zurückblicken eine Schwetzinger Mannschaft gesehen zu haben, die so viele Fehler in einer Begegnung fabriziert wie die jetzige und den Gegner geradezu zum Toreschießen einlädt.

Derweil macht neben Torwart Ullrich (Heddesheim), Hocker (SVW Mannheim II) und Patrick Berecko (1. FC Bruchsal) nun auch der SV 98-Kapitän Kettenmann nach der Runde den Abflug und schließt sich dem Landesligisten FC Mühlhausen an.

SV 98: Ullrich; Berecko, Kavak, Örum, Gregg, J. Can (58. T. Can), Dirks, Wild (82. Scalia), Hocker, Kettenmann, Osmanaj (80. Djahini).

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional