Lokalsport

Gegnerporträt Dresden braucht ein Wunder für den Ligaverbleib

Dynamo als Corona-Opfer?

Archivartikel

Hat die Deutsche Fußball-Liga durch den straffen Zeitplan in der 2. Fußball-Bundesliga Dynamo Dresden geopfert? Zwischen dem ersten Spiel seit der Corona-Zwangspause und dem Duell am 18. Juni bei Holstein Kiel standen die Sachsen sieben Mal auf dem Platz – so oft wie keine andere Mannschaft. Als Tabellenschlusslicht konnten die Dresdner das Pensum nicht stemmen. Hinzu kommt, dass ein normaler Trainingsbetrieb wegen der verordneten Zwangsquarantäne lange Zeit nicht möglich war und deswegen die Fitness gar nicht auf dem Level der Rivalen sein kann.

Bei Chris Löwe entlud sich am Donnerstagabend nach dem 0:2 in Kiel der Frust. Der Außenverteidiger kämpfte beim Fernsehsender „Sky“ mit den Emotionen, als er sagte: „Wir reißen uns alle drei Tage den Arsch auf und baden das aus. Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen in der DFL sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal! Wir sind am Ende die, die den Preis bezahlen. Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden über unsere Köpfe hinweg.“

Ganz so einfach ist es aber nicht: Schon vor der Unterbrechung lag Dynamo auf dem letzten Platz. Mitten in der Spielzeit musste Christian Fiél seinen Posten als Cheftrainer räumen. Zwischenzeitlich übernahm interimsweise Heiko Scholz, der wiederum von Markus Kauczinski abgelöst wurde. Unter dessen Führung holte Dresden vier Siege und drei Unentschieden.

Vom letzten Platz konnte sich das Team jedoch nicht verabschieden. Vor den letzten beiden Spieltagen beträgt der Rückstand auf den Karlsruher SC fünf Zähler. Sollte es mit der Rettung noch klappen, müsste wohl ein Wunder her – das ist aber angesichts der Umstände nur schwer vorstellbar. Schon am Sonntag nach dem Spiel am Hardtwald könnte Dynamo als Absteiger in die 3. Liga feststehen. mjw

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