Lokalsport

Im Porträt Sandhausens neuer Innenverteidiger Gerrit Nauber stammt aus Georgsmarienhütte in der Nähe von Osnabrück

Ein besonderes Wiedersehen

Archivartikel

Es ist exakt zehn Jahre her, da wurde Gerrit Nauber in einem Atemzug mit Marc-André ter Stegen, Shkodran Mustafi und Mario Götze genannt. Die drei zuletzt genannten Fußballer sind inzwischen deutsche Nationalspieler, Mustafi und Götze haben sogar den Weltmeistertitel 2014 in Brasilien geholt. Gerrit Nauber hingegen nicht. Er verfolgte das Finale am Fernsehgerät. Mit dem Trio hat er allerdings auch einen Titel gewonnen: Er holte mit ihnen gemeinsam in Magdeburg am 18. Mai 2009 den U-17-Europameisterschaftstitel. „Von diesem Jahrgang haben einige den Sprung geschafft“, erinnert sich Nauber gerne an die Truppe zurück.

Der ganz große Durchbruch ist ihm zwar verwehrt geblieben, dem Fußball ist er aber treu geblieben. Der Innenverteidiger hat in diesem Sommer im beschaulichen Sandhausen einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben. Zuvor stand er für den MSV Duisburg, die Sportfreunde Lotte und Bayer Leverkusen II auf dem Platz.

Schon im ersten Pflichtspiel des SVS stand der 27-Jährige am vergangenen Samstag beim 1:1 in Kiel in der Startformation. Er machte seine Sache ordentlich, bestätigt auch sein neuer Trainer Uwe Koschinat: „Sein Auftritt war sehr souverän. Er, Aleksandr Zhirov und Torwart Martin Fraisl hatten eine gute Abstimmung in der Defensive, das hat gepasst und er hat eine große Ruhe ausgestrahlt.“ Nauber selbst sagt: „Ich bin froh darüber, dass ich der Mannschaft helfen konnte und ich denke, dass wir es in der Defensive ganz gut gelöst haben. Ein Punkt in Kiel ist definitiv nicht verkehrt.“

Jetzt möchte er auch in seinem ersten Heimspiel für den neuen Arbeitgeber auftrumpfen. Am Freitagabend (Spielbeginn: 18.30 Uhr) trifft er mit seinen Mitspielern auf den VfL Osnabrück, einen für ihn besonderen Gegner. Denn Nauber stammt aus Georgsmarienhütte, einem Ort im Landkreis Osnabrück. Aber das ist nicht seine einzige Verbindung zum VfL. Im Sommer hat er sich, als der Vertrag in Duisburg ausgelaufen war, bei den Lilanen fit gehalten. Es sei aber nie eine Option gewesen, dort zu unterschreiben, erklärt er: „Es ging nur darum, im Rhythmus zu bleiben. Ich habe während dieser Zeit bei meinem Vater wohnen können.“

Doch wer denkt, Nauber könne SVS-Trainer Uwe Koschinat jetzt Ratschläge geben, den muss der Abwehrspieler enttäuschen: „Als ich dort war, haben sie noch mit einer Viererkette gespielt. Inzwischen wechseln sie zwischen drei und fünf Defensivleuten hin und her. Sie haben taktisch noch einmal einiges verändert und deswegen kann ich ihm leider keine Ratschläge geben.“

„Ich habe richtig Bock“

Trotzdem freut er sich auf das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. In einem Pflichtspiel streifte er sich allerdings vor zehn Jahren zum letzten Mal das VfL-Trikot über, damals noch in der U 17. „Ich kenne noch viele Jungs, aber es ist jetzt nicht das große Wiedersehen mit dem Ex-Verein.“ Dennoch ist die Vorfreude auf das erste Flutlichtspiel der noch jungen Saison riesig: „Ich habe richtig Bock. Es ist das erste Spiel vor heimischer Kulisse und wir wollen die Serie, die wir in Kiel hoffentlich gestartet haben, fortführen.“ Die Eingewöhnungszeit in Sandhausen ist ihm leicht gefallen. Er hatte keine Probleme, Anschluss zu finden. Recht schnell konnte er auch eine Doppelhaushälfte in der Kurpfalz beziehen und auch für seinen neuen Arbeitgeber hat er nur warme Worte übrig: „Das ist ein schöner, familiärer Verein. Ich bin zwar noch nicht lange hier, weil wir auch im Trainingslager waren, aber mittlerweile haben wir uns eingelebt und ich freue mich, in den nächsten Wochen die Region kennenzulernen.“

Kennenlernen brauchte Koschinat seinen Schützling nicht mehr, er kannte ihn bereits als Gegner: „Seit der Saison 2011/12 habe ich mit Fortuna Köln jedes Jahr gegen ihn gespielt, außer im Aufstiegsjahr der Sportfreunde Lotte, bei denen er schon früh zum Führungsspieler und Kapitän avancierte.“

Und auch beim SVS hat sich der 27-Jährige auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Vorerst hat er wohl Jesper Verlaat verdrängt. Er profitierte zwar auch von den Verletzungen von Tim Kister und Roman Hauk, aber Naubers Vorteil ist es, dass er beide Innenverteidigerpositionen spielen kann. „Es stimmt uns äußerst positiv, dass wir die Planstelle mit ihm besetzen konnten“, sagte der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca, der bis zur Schließung des Transferfensters nicht mehr allzu viel Arbeit haben dürfte, denn nur Felix Müller wird den Club voraussichtlich noch verlassen. Dem Mittelfeldspieler wurde nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Noch trainiert er beim SVS mit, einen neuen Stand kennt Koschinat nicht. Auf den neuesten Stand will er nur von den Spielern gebracht werden, mit denen er in dieser Saison plant und da gehört Gerrit Nauber auf jeden Fall dazu.

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