Lokalsport

Corona Landessportverband Baden-Württemberg übt Kritik / Gesundes Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefordert

Enttäuscht über die Entscheidung der Politik

Archivartikel

Nachdem Bund und Land die weitreichenden Entscheidungen zu einem infektionsbedingten Lockdown getroffen haben, zeigt sich der Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) über die fehlende Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation im laufenden Sportbetrieb enttäuscht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eine, wie nun beschlossen, Schließung des Freizeit- und Amateursportbetriebes hält der LSVBW für einen nicht notwendigen Schritt zur Eindämmung des derzeitigen Infektionsgeschehens. In den vergangenen Monaten habe der organisierte Sport in Baden-Württemberg gezeigt, dass ein Sportbetrieb unter Einhaltung strenger Vorgaben möglich ist. In unzähligen Stunden sei in den Verbänden und Vereinen auf überwiegend ehrenamtlicher Basis Hygiene- und Schutzkonzepte entwickelt worden.

Manche von diesen Konzepten seien weitaus strenger als von der aktuellen Corona-Verordnung Sport gefordert. Die ausgearbeiteten Hygienekonzepte hätten dazu beigetragen, dass der organisierte Sport nicht als Hotspot und Ausgangspunkt für das erhöhte Infektionsgeschehen verantwortlich gemacht werden kann.

Die Präsidentin des LSVBW, Elvira Menzer-Haasis, zeigte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung überrascht: „Ich bin enttäuscht, dass die großen Anstrengungen und guten Beispiele in unserem Land eine solch schwerwiegende Entscheidung nicht verhindern konnten. Die Sportvereine und ehrenamtlich Engagierten in Baden-Württemberg haben gezeigt, dass sie mit Hygienekonzepten und Reglementierungen verantwortlich umgehen und während des Sporttreibens kein erhöhtes Infektionspotenzial besteht. Die Aufgabe des organisierten Sports wird es jetzt sein, deutlich auf die guten Beispiele in Sportdeutschland aufmerksam zu machen und eine Wiedereröffnung nach den angedachten Wochen zu erwirken – insbesondere vor dem Hintergrund der physischen und psychischen Gesundheit sowie des sozialen Zusammenhalts der Bevölkerung.“

Der LSVBW fordert in der Bewertung der geplanten Lockdown-Maßnahmen und im Hinblick auf die Wiedereröffnung des Sportbetriebes ein gesundes Augenmaß und Fingerspitzengefühl – insbesondere vor dem Hintergrund der Gesundheitsförderung und -erhaltung der Gesellschaft. zg

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