Lokalsport

Die Gegner TV Großwallstadt, SG Nußloch, HSG Hanau und TV Kirchzell gelten als starke Teams / Dresdner überraschen als echte Newcomer

Erbe vergangener Zeiten als Erfolgsgarant?

Archivartikel

Drittligaweit gab es fünf Teams, die nach der vergangenen Handball-Saison die 2. Bundesliga verlassen mussten. Nur zwei Mannschaften in den vier Staffeln wird es nach dem neuen Modus vergönnt sein, dorthin direkt zu gelangen. Diese Plätze werden unter den Gruppensiegern ausgespielt. Ein dritter Aspirant kann es über eine erweiterte Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga schaffen.

Sie sind Titelanwärter

Über den TV Großwallstadt braucht man eigentlich nicht viel zu schreiben: jahrelang eine der Topadressen im deutschen Bundesliga-Handball, dann der allmähliche Niedergang, Abstieg 2013, Lizenzverweigerung für die 2. Liga 2015 mit dem unrühmlichen Höhepunkt der Pleite. Nach der Insolvenz folgte der Wiederaufbau, doch die 2. Liga in der vergangenen Saison erwies sich für den TVG als noch zu stark. Den Spielort des TVG kennen manche HGler vielleicht noch, es war auch die Spielstätte für die Zweitliga-Duelle Oftersheim/Schwetzingens mit dem TuS Obernburg. Großwallstadt, mit Michael Spatz (früher Leutershausen), Torschützenkönig in der abgelaufenen Zweitliga-Saison, zählt eigentlich nur der direkte Wiederaufstieg. Kein Problem mit dieser klaren Vorgabe habe der neue TVG-Trainer Ralf Bader, der zuvor den TSV Neuhausen auf den Fildern coachte, dann nach Bietigheim wechselte.

Aufsteigen will schon seit einiger Zeit die SG Nußloch mit Andy Röll als Torwarttrainer unter dem neuen Chef-Coach Marc Nagel (vormals Leutershausen), wie auch deren Rückraumakteur und Ex-Nationalspieler Christian Zeitz bekräftigte. Meisterambitionen werden aber auch anderen Teams nachgesagt oder zugetraut – so der HSG Hanau, die sich auch entsprechend verstärkt hat, allerdings mit Tarek Marschall ein vielversprechendes Nachwuchstalent an den HC Erlangen verlor.

Den Namen des TV Kirchzell kennen noch eingefleischte HG-Anhänger aus deren Zeit mit Bundesliga-Zugehörigkeit. Damals (2006/07 und lange danach) hieß der Mann an der Seitenlinie Gottfried Kunz. Er trainierte dort Torleute wie Andreas Wolff und Carsten Lichtlein. In der Drittklassigkeit gab es noch kein Aufeinandertreffen mit der HG. Trainer seit 2016/17 ist als Nachfolger jetzt Andreas Kunz, Gottfried „nur“ noch Betreuer. Nach zwei Jahren in der hessischen Oberliga stehen die Bayern nun vor ihrem achten Jahr 3. Liga.

Der HC Elbflorenz Dresden ist im Reigen der „traditionellen“ höherklassigen Handballvereine ein echter Newcomer. 2006 wurde er mit dem HC Dresden als besonderen Vorgänger (finanziell gescheitert) quasi aus dem Nichts heraus gegründet. Mit dem Vorteil eines Startrechts in der Sachsenliga ging es dann stetig und steil bergauf, 2017 war die 2. Bundesliga erreicht. Aber auch die zweite Mannschaft hielt sich nicht lange mit Kreis- und Bezirksklassen auf. Trainer war zuletzt Rico Göde.

Der Northeimer HC stellt ein im Südwesten weitgehend unbeschriebenes Blatt dar. Das südniedersächsische Northeim – der dortige NHC wurde 2011 als Nachfolger der HSG Northeim/Hammenstedt/Hillerse gegründet – spielte letzte Runde im Westen, zuvor auch schon im Osten (2015/16, 2017/18).

Auch mit dem HSC Bad Neustadt an der Saale lassen sich starke Erinnerungen bei der HG verbinden. Zweimal traten die Kurpfälzer dort an. Beim ersten Mal am 17. April 2004 verabschiedete sie sich mit einem 29:27-Auswärtserfolg aus der Regionalliga nach oben in die 2. Bundesliga.

Viel Teams in Nahdistanz

Erneut mit am Start sind die hessischen Teams des TV Gelnhausen, die nun als „HSG“ auflaufende Spielgemeinschaft von Groß-Bieberau und Modau, die HSG Rodgau Niederroden, die zweite Wetzlarer Mannschaft der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und der GSV Eintracht Baunatal.

Mit bestimmt großer Vorfreude auf allen beteiligten Seiten wird auf die anstehenden Lokalduelle mit den beiden Hirschberger Vereinen TVG Großsachsen und SG Leutershausen vorausgeblickt. Beim TVG lief die Vorbereitung nicht ganz reibungslos, ließ Coach Stefan Pohl am Rande eines Trainingslagers durchblicken. Ihm fehle in der Breite seines Teams ein wenig die Ausgewogenheit. „Hinter den ersten Sieben klafft eine Lücke“, meinte er. Die SGL hat sich indes nach Ansicht ihres Trainer Frank Schmitt gut verstärkt. „Mit unserem jetzigen Kader sollten wir Verletzungen besser kompensieren können.“ Er peilt einen Rang unter den ersten fünf Mannschaften an. Erster Höhepunkt ist das Eröffnungsspiel der Mitte-Staffel gegen Altmeister TV Großwallstadt am Freitag um 19.30 Uhr in Elsenfeld bei Obernburg.

Der SC DHfK Leipzig agiert nun als reine zweite Mannschaft des Bundesligisten. Das kurzfristige Zusammengehen mit der SG LVB Leipzig (abgeschoben in die Sachsenliga) wurde nach nur einem Jahr wieder beendet. mj

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