Lokalsport

3. Fußball-Liga Mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen in Mannheim gerät nächstes Waldhof-Heimspiel gegen Rostock in den Fokus

Es drohen wieder Geisterspiele

Archivartikel

Eine Standleitung ins Mannheimer Gesundheitsamt hat Markus Kompp zwar noch nicht, aber der jüngste Trend bei den Corona-Neuinfektionen in der Quadratestadt lässt natürlich auch den Geschäftsführer des Fußball-Drittligisten SV Waldhof Mannheim nicht kalt. Einmal aus persönlicher, aber nicht zuletzt aus beruflicher Perspektive. Schließlich steht schon am 20. Oktober das nächste Heimspiel des SVW gegen Hansa Rostock an. Ob wie zuletzt wieder Zuschauer dabei sein können, werden die nächsten sieben Tage zeigen.

„Ab Diensttag gilt’s“, hofft der Waldhof-Manager, dass sich die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl, die das Infektionsgeschehen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche abbildet, wieder sinkt. Ausreißer nach oben wie zuletzt 37 neue Fälle am vergangenen Samstag gehen dann beispielsweise nicht mehr in die Rechnung mit ein, am nächsten Montag um 16 Uhr sind dann alle schlauer.

Sollte der Wert dann über 35 liegen, droht dem SVW gegen die Norddeutschen ein Geisterspiel. Selbst 460 Zuschauer wie zum Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal wären aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung dann nicht mehr möglich. „Wir wollen dennoch zeitig mit dem Vorverkauf beginnen“, sagt Kompp um Hängepartien wie beim Saisonstart gegen Viktoria Köln zu vermeiden. Vor drei Wochen war erst freitags nachmittags klar, dass Zuschauer ins Carl-Benz-Stadion dürfen, für den Vorverkauf blieben nur etwas mehr als 24 Stunden Zeit.

Vorverkauf ab Mittwoch

Wer gegen Rostock dabei sein will, kann sich nach Informationen dieser Zeitung ab Mittwoch wieder ausschließlich über den Online-Shop des SVW nach den bekannten Regeln – Dauerkartenbesitzer aus dem Vorjahr zu erst – um Tickets bemühen. Eine mögliche Absage würde dann eine Rückabwicklung nötig werden lassen. Kompp hofft allerdings, dass es nicht so weit kommt, selbst wenn die Marke von 35 Neuinfektionen pro Woche und je 100 000 Einwohner überschritten werde, gebe es noch Spielraum, wenn das Infektionsgeschehen beispielsweise weiterhin klar eingegrenzt werden könne. „Zuletzt hatten wir Cluster in Schulen oder bei Feiern, die alle nachvollziehbar waren. Aber letztlich entscheiden das dann die Behörden“, sagt Kompp.

Was die ersten beiden Heimspiele mit 2552 Zuschauern gegen Köln und 3405 Fans gegen Türkgücü München betrifft, zog der Geschäftsführer eine positive Bilanz. „Organisatorisch ist das mehr Aufwand als bei einem ausverkauften Stadion. Aber generell hat alles gut geklappt und die Leute haben die Auflagen ganz überwiegend akzeptiert“, sagt der 38-Jährige. Auf das Infektionsgeschehen hatten die Partien ebenfalls keinen Einfluss. „Gegen Köln hatten wir keinen später positiv getesteten Besucher im Stadion, es konnte sich niemand anstecken. Für die Partie gegen München haben wir jetzt noch keine Rückmeldung, aber da gehe ich von einem ähnlichen Ergebnis aus“, sagt Kompp.

Warum nicht alle jeweils verfügbaren Tickets abgerufen wurden, ist für ihn dagegen noch nicht völlig nachzuvollziehen: „Ob es an Gewohnheiten, dem Online-Ablauf, der fehlenden Möglichkeit, spontan zu kommen, oder einer Grundvorsicht liegt – das lässt sich so konkret nicht sagen.“

Zahlen aus anderen Stadien bestätigen diesen Trend, auch beim 1. FC Kaiserslautern wurden beim Derby gegen den SVW nur 6000 der 7500 verfügbaren Tickets abgerufen. Doch das war immer noch deutlich besser als in Düsseldorf, wo Uerdingen wegen der Corona-Zahlen gegen Bayern München II ohne Fans spielen musste. In Dresden wurde die Zuschauerzahl von 10 000 auf 999 zurückgeschraubt, in München sind bis einschließlich 21. Oktober keine Fans zugelassen. Und auch die nächste Partie der Mannheimer beim SV Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr) könnte unter ähnlichen Umständen über die Bühne gehen: Der Zweitliga-Absteiger verschob am Montag den Vorverkaufsstart für das Spiel gegen den SVW.

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