Lokalsport

3. Handball-Liga Der nach langer Zwangspause zurückgekehrte Jerrit Jungmann kann das Großsachsen-Derby kaum erwarten / Vorderes Kreuzband gerissen / Jede Woche soll es ein bisschen besser werden

„Es macht unfassbar Spaß, wieder spielen zu können“

Archivartikel

Seit zwei Spieltagen mischt der vormals lange verletzte Handball-Mittelmann Jerrit Jungmann bei der HG Oftersheim/Schwetzingen wieder mit. Der blonde 20-Jährige aus dem „Norden“ (Raum Minden) wird allerdings noch recht dosiert von seinem Trainer Holger Löhr eingesetzt.

Über seine aktuelle eigene Leistungsfähigkeit will der Mann mit der Trikotnummer elf sich keine großen Gedanken machen, hofft einfach auf kontinuierliche Fortschritte. Er blickt für uns auf seine Leidenszeit zurück und kurz auf das anstehende Derby mit dem TVG Großsachsen voraus. Er hatte seit dem 16. Februar eine Zwangspause einlegen müssen. Er hatte mit zwei gelungenen Einlagen gerade gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden zum 25:21 getroffen (57.) und damit den Weg zum 26:23-Sieg geebnet, blieb damals aber mit Schmerzensschreien am Boden liegen.

Erläutern Sie noch einmal, was genau die Verletzung war.

Jerrit Jungmann: In diesem Spiel gegen Nieder-Roden habe ich mir das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Schwere Knieverletzungen sind im Handballsport ja leider nicht gerade selten. Ich persönlich hatte das Glück, dass alles andere im Knie sonst heile geblieben ist.

Wie gingen der Heilungsprozess und die Rehabilitation vor sich?

Jungmann: Ich bin direkt am Sonntag nach dem Spiel in meine Heimat gefahren und wurde dann ein paar Tage später von meinem Vater persönlich am Knie operiert. Die folgenden Wochen habe ich dann auch zuhause verbracht und war fast täglich bei der Physiotherapie. Als ich nach drei bis vier Wochen wieder halbwegs selbstständig war, bin ich zurück nach Mannheim gekommen. Seitdem hab ich sehr viel Kraft- und Koordinationstraining zusammen mit Sandra Daub, Pierre Heidicker und Chris Gervers gemacht, die mich auf dem ganzen Weg begleitet haben. Danke Sandy, Pi und Chris! Nach sechs Monaten habe ich mich mit der Zeit an immer mehr handballspezifische Übungen gewagt. Und nach ein paar endgültigen Untersuchungen und Tests habe ich nach sieben Monaten dann die Freigabe für das Mannschaftstraining bekommen.

Und wie fühlt es sich jetzt auf dem Spielfeld wieder an?

Jungmann: Es macht einfach unfassbar Spaß, wieder spielen zu können. Ich denke eigentlich kaum noch an das Knie und freue mich über jede Minute, die ich spielen darf.

Wieviel Prozent der vorherigen Leistungsstärke sind nun wieder erreicht?

Jungmann: Da will ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken drüber machen. Ich versuche einfach, jede Woche ein bisschen besser zu werden und wenn ich etwas zu einem Sieg von uns beitragen kann, dann bin ich damit sehr zufrieden.

Wie läufst es beruflich und wie passt das mit dem Sport unter einen Hut?

Jungmann: Mein Studium läuft bis jetzt recht ordentlich. In der Prüfungsphase kann es zwar schon mal sehr stressig werden, vor allem wenn bei uns lange Auswärtsfahrten anstehen. Aber daran hab ich mich mittlerweile gewöhnt und bin auch froh, so mal den Kopf frei zu bekommen.

Fehlt der Kontakt zur alten Heimat noch? Wie sieht es mit dem hiesigen Derbyfieber aus?

Jungmann: Ich würde schon sagen, dass meine Familie und Freunde aus der Heimat mir fehlen, da ich auch aufgrund der Distanz nicht wirklich oft die Möglichkeit habe, sie zu besuchen. Dennoch fühle ich mich hier sehr wohl und kann von mir behaupten, mindestens genauso infiziert zu sein, wie jeder gebürtige Kurpfälzer. Ich kann das Spiel kaum erwarten.

Was sollte nun gegen Großsachsen passieren?

Jungmann: Das ist eigentlich einfach: Vor einer randvollen Nordstadthalle wollen wir „Saase“ keine Chance lassen und die zwei Punkte bei uns behalten. mj

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