Lokalsport

Für DCU ist es fünf vor zwölf

Wolfsburg, München, Mörfelden und jetzt Plankstadt – der Aderlass in der DCU-Bundesliga der Männer ist gewaltig. Aber nicht nur ganze Klubs melden ihre Mannschaften ab oder wechseln in den 120-Wurf-Verband DKBC, viele Akteure nehmen ein Doppelspielrecht wahr und spielen sowohl 120 als auch 200 (bei den Frauen 100) Wurf. Das führt zu Wettbewerbsverzerrungen, da Teams mal komplett, dann wieder mit Ersatz antreten. Der Grund für die Unzufriedenheit?

Die Deutsche Classic-Kegler Union, gegründet 2012, hat sich nicht so entwickelt wie ge-wünscht. Dass dem Verband die Internationalität fehlen würde, war abzusehen, aber nicht, dass auch in Baden, der 200-Wurf-Bastion schlechthin, der Zuspruch zu den 200 Wurf derart sinken würde. Die erhofften Mitglieder aus Bayern, dem größten Landesverband, kamen nicht, nur sporadisch sind Klubs außerhalb von Baden, Hessen und Rheinland-Pfalz vertreten. Die Folgen sind Langeweile und Eintönigkeit, immer dieselben Gegner und Bahnen haben ihren Reiz verloren.

Das führte zu einem erheblichen Qualitätsverlust, der vor allem in den 2. Ligen zu konstatieren ist. Dort haben die Leistungen seit einiger Zeit mit Zweitklassigkeit rein gar nichts mehr zu tun und teilweise nur noch Landesliga-Niveau. Fehlerzahlen von 80 bis 100 pro Partie sind keine Seltenheit. Die Überalterung ist in keiner Sportart so krass wie im Sportkegeln. Nirgends spielen so viele 50-Jährige noch in den höchsten Spielklassen. Dass dann Kegler aus Belastungsgründen die 120 den 200 Wurf vorziehen, ist nachvollziehbar. Das ist auch für den DKBC alles andere als ein Grund zum Jubeln.

Wenn nun aber schon gemunkelt wird, dass weitere Klubs über einen Schritt Richtung DKBC nachdenken, wird klar, dass es für die DCU fünf Minuten vor zwölf ist. Falls der VKC Eppelheim oder Rot-Weiß Sandhausen auch noch abmelden würden, wäre das Ende der DCU wohl besiegelt.

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