Lokalsport

Fußball-Regionalliga SV Waldhof Mannheim nach 2:0-Sieg gegen Stadtallendorf neuer Spitzenreiter / Trainer Bernhhard Trares bleibt zurückhaltend

„Für die Fans ist das wunderbar“

Archivartikel

Bernhard Trares ließ sich nicht aus der Reserve locken. Während die meisten Konkurrenten am Wochenende patzten, fuhr der SV Waldhof gestern Nachmittag einen hart erkämpften 2:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen Eintracht Stadtallendorf ein – und grüßt zum ersten Mal seit April 2017 von der Spitze der Fußball-Regionalliga Südwest. Der SVW-Trainer freute sich aber eher nach innen. „Für mich hat Platz 1 keinen großen Wert. Es ist eine schöne Begleiterscheinung, für die Fans und das Umfeld wunderbar. Das ist eine Zwischenbilanz unseres Saisonstarts, der ordentlich war. Mehr aber auch nicht“, sagte Trares.

Drei Zähler Vorsprung haben die Mannheimer nun auf den Zweiten FC Homburg, der beim 1:2 gegen Hoffenheim II genauso Federn ließ wie die Verfolger Steinbach (0:2 bei Stuttgart II) und Saarbrücken (1:2 in Balingen). Selbst wenn der DFB-Kontrollausschuss den Drei-Punkte-Abzug gegen den Waldhof wegen des Spielabbruchs in der Relegation bei der Berufungsverhandlung bestätigen sollte, stünden die Blau-Schwarzen aktuell weiter ganz oben im Tableau. Sechs Siege in Folge haben das möglich gemacht – ein überragender Start in diese Saison.

Gegen Stadtallendorf bekamen die Mannheimer bereits einmal einen Vorgeschmack darauf, was sie in den kommenden Wochen erwartet. Die Mittelhessen wollten fast nur den eigenen Strafraum verbarrikadieren. „Stadtallendorf ist spezialisiert aufs Verteidigen und Räume zuzumachen. Da bekommt man nicht viele Chancen und braucht viel Geduld“, sagte Trares.

Das Ergebnis dieser Konstellation war vor allem in der ersten Halbzeit eine Partie mit überschaubarem Unterhaltungsfaktor. Waldhof fehlte es an Ideen, auch weil die Gäste Timo Kern und Marco Schuster fast in Manndeckung nahmen. Torjäger Valmir Sulejmani stand zudem wegen einer Knierreizung nur als Joker im Kader, was der Mannheimer Offensive auch nicht guttat.

„Geduld ist das Zauberwort“

Es hätte sogar ein ganz unangenehmer Nachmittag für den SVW werden können, wenn der freistehende Stadtallendorfer Amar Zildzovic aus elf Metern ins Tor und nicht daneben geschossen hätte (42.). Auf der Gegenseite gab es vor der Pause nur einmal richtige Aufregung, als die komplette Mannheimer Bank nach einem Schuss von Maurice Deville einen Handelfmeter reklamierte (38.). „Dass wir uns lange so schwergetan haben, lag an Stadtallendorf. Man muss ein großes Lob aussprechen, wie diszipliniert die gespielt haben“, sagte Kapitän Kevin Conrad, der fürchtet, dass die Waldhöfer es künftig häufig mit destruktiv ausgerichteten Gegnern zu tun bekommen könnten: „Wir haben mit dem Sieg in Saarbrücken ein Stück weit Eindruck geschunden in der Liga, jetzt spielt der eine oder andere Gegner sogar noch defensiver gegen uns. Es wird nicht einfacher. Geduld ist das Zauberwort.“

Eingeklemmter Nerv bei Schultz

Die Mannheimer brauchten viel Geduld, bis langsam die Kräfte bei den Gästen schwanden – und schlugen dann innerhalb von 120 Sekunden gleich zweimal zu. Erst holte Jannik Sommer an der Strafraumgrenze gegen Kevin Vidakovics einen Elfmeter raus, den er selbst trocken links unten in die Ecke verwandelte (63.), dann schaltete Gianluca Korte nach einem leichten Stadtallendorfer Ballverlust im Spielaufbau schnell um und bediente Dorian Diring, der zum 2:0 vollstreckte (64.).

„Wichtiger als Platz eins ist, dass wir diesen schweren Gegner geschlagen haben“, atmete Coach Trares hinterher durch. Entwarnung konnte der 53-Jährige beim nach einer halben Stunde ausgewechselten Innenverteidiger Michael Schultz, der sich ersten Diagnosen zufolge nur einen Nerv eingeklemmt hat und deshalb den Fuß nicht mehr bewegen konnte. Schon im Spitzenspiel beim Dritten Steinbach am Samstag könnte der Pfälzer wieder zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional